Ein Jahr nahmen sich die deutschen Geheimdienste Zeit, um gezielte “russische Desinformation” zu beweisen. Zeitgleich beschworen deutsche Medien fast täglich das Schreckgespenst der Destabilisierungspläne des Kremls. Jetzt endlich legten die Schlapphüte ihr mit Spannung erwartetes Ergebnis vor: Es gibt keine Beweise.
Die deutschen Geheimdienste geben bekannt: Für eine unterstellte russische “Destabilisierungs- und Desinformationsagenda” in Deutschland gibt es auch nach intensiver Prüfung keine Belege. Trotzdem will man die liebgewonnenen Unterstellungen nicht einfach begraben.
Kein Wunder: Schon seit Anfang vergangenen Jahres berichtet die Speerspitze des deutschen Meinungsbildungs-Journalismus, bestehend aus Stefan Kornelius und Georg Mascolo, mittels tendenziöser Schreibe hochtrabend von finsteren Plänen des Kremls in Deutschland und Europa. Mal will Moskau die EU zerstören, dann wieder Merkel stürzen. Bereits der Auftakt der Kampagne mit dem Titel “Aufklärung nach Moskauer Art” liest sich wie eine Räuberpistole aus den Zeiten des Kalten Kriegs, dessen Methoden sich Moskau nun vermeintlich wieder bediene.
Die Tatsache, dass die beauftragten Geheimdienste ein Jahr später schlicht “keine eindeutigen Beweise für eine solche russische Deisinformationskampagne” zutage fördern konnten, muss allerdings recht ernüchternd auf die Alpha-Tiere des deutschen Investigativ-Journalismus gewirkt haben. Recht kleinlaut geben die Dienste bekannt:
„Wir haben keine Smoking Gun gefunden.“
Kein Wunder also, dass dem Ergebnis im deutschen Mainstream umgehend ein “aber” hinzufügt wird. Geradezu beschwörend verweist Mascolo dabei auf nicht näher genannte deutsche Agenten, denen zufolge die russischen Dienste lediglich schlau genug seien, sich bei ihren düsteren Taten nicht erwischen zu lassen. Im Grunde soll auf diese Weise die Tatsache, dass es keine Beweise gibt, selbst zum Beweis gemacht werden.
Es gilt nicht die Unschuldsvermutung, nach der ein Angeklagter so lange unschuldig ist, bis ihm sein vermeintliches Verbrechen nachgewiesen werden kann. Nein, im Falle Russlands ist der Angeklagte nicht nur bereits vor der Beweisaufnahme vorverurteilt, er beweist seine Verschlagenheit auch noch dadurch, dass sich nichts von dem, was ihm vorgeworfen wird, nachweisen lässt. So funktionierten Verschwörungstheorien schon immer.
Mancher mag sich dadurch auch in die Zeiten der eigenen Kindheit zurückversetzt fühlen. Obwohl die Erwachsenen ihnen das Gegenteil versichern, glauben Kinder gerne, dass es trotzdem Zwerge oder Einhörner gäbe. Auch wenn der Abenteuerausflug in den Wald keine entsprechenden Belege liefert, ist damit der Glaube an die Fabelwesen noch








