Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer richten sich in einer neuerlichen Programmbeschwerde an die Verantwortlichen der ARD-Nachrichtenredaktion. Der Sendung ARD-aktuell werfen sie vor, das Schicksal des syrischen Jungen Omran für Kriegspropaganda missbraucht und Quellen unzureichend geprüft zu haben. RT Deutsch dokumentiert das Schreiben im Wortlaut.
Programmbeschwerde
Sehr geehrter Herr Intendant Marmor,
in den „Tagesthemen“ am 18. August 2016 (Link s. oben) behandelte Moderator Thomas Roth das Kriegsgeschehen im syrischen Aleppo u.a. so:
„(…) Uns erreichen immer wieder Bilder aus dieser Stadt, manche veröffentlichen wir, andere veröffentlichen wir nicht, denn der Krieg wird auch mit Bildern geführt. (…)“
Stimmt, auch ARD-aktuell wirkt bei dieser Kriegsführung unbekümmert mit. Roth leitete mit seiner Plattitüde ein Video ein, mit dessen Veröffentlichung ARD-aktuell auf „betroffen” machte und doch nur die eigene Hemmungslosigkeit bloßlegte.
Wir erheben Programmbeschwerde.
Darstellung: Ein fünfjähriger Junge wird aus den Trümmern eines Hauses geborgen und in einen Krankenwagen gebracht, wo das verletzte Kind dann ausgiebig von zehn Fotojournalisten gefilmt wird. Niemand fühlt sich bemüßigt, dem armen, höchstwahrscheinlich schwer traumatisierten Kleinen sofort zu helfen. Er ist nur noch wehrloses Objekt der Sensationsgier, nichts anderes, sogar seiner Persönlichkeitsrechte aufs eigene Bild beraubt; da das ein unmündiges Kind trifft, würde nach deutschem Recht ggf. strafbares Handeln nach § 201a StGB und unterlassene Hilfeleistung vorliegen. Mindesten ist das Abbilden und Senden der Bilder im Bezug auf Herrn Roth mit dem Gafferphänomen bei Unfällen auf deutschen Straßen vergleichbar. Beleg:
At least 10 citizen journalists took the exact same picture, instead of helping the poor traumatized kid#Syriahttps://t.co/hqimeYXkUh
— маяковский (@moscow_ghost) 19. August 2016











