Frauen mit Handys zu vergleichen, die per Kopftuch vor lüsternen Männern geschützt werden. Was absurd klingt, hält der öffentliche Rundfunk für vollkommen plausibel und gibt sich als Bühne zur Propagierung islamischer Kleidungsvorschriften her. Kritik daran wird mit Pseudoargumenten begegnet.
Ein Beitrag des Bayerischen Rundfunks (BR) über islamische Kleidung sorgt aktuell für scharfe Kritik an dem öffentlich-rechtlichen Sender. „Modest Fashion – wenn Mode bewusst Haut bedeckt“, lautet der Titel, der verschleiert, dass es sich um Scharia-konforme Kleidung handelt. „Für manche ist sie Ausdruck des Glaubens, für andere ein Zeichen von Selbstbewusstsein und persönlichem Stil“, heißt es in der Beschreibung. Allerdings ist es so, dass Frauen und Mädchen im Islam angehalten sind, sich zu verhüllen. Der weibliche Körper gilt als sündhaft, der vor den lüsternen Blicken der Männer zu schützen ist. Gleichzeitig ignoriert diese lapidare Formulierung, dass Frauen in islamischen Ländern bestraft werden, wenn sie sich nicht gemäß der Scharia verhüllen. Mit persönlichem Stil oder modischen Vorlieben hat das nichts zu tun.
Im Sommer würde wieder mehr Haut gezeigt – ein Gegentrend sei Modest Fashion, erklärt der Sprecher. Islamische Kleidung ist jedoch kein saisonaler Trend wie luftige Sommerkleider oder dicke Strickjacken im Winter. „Modest Fashion“ ist so gearbeitet, dass die strengen Kleidervorschriften im Islam erfüllt werden. Dazu werden mehrere Lagen Stoff übereinander drapiert, damit die Umrisse des weiblichen Körpers kaum mehr erahnt werden können. Die extremste Form ist die Burka mit einem Sehschlitz, die vollkommen unkenntlich macht, wer sich unter dem Stoffgefängnis befinde.
Eingangs erklärt die Inhaberin eines Geschäfts für „Modest Fashion“ in Nürnberg, dass sie sich schwertat, längere Röcke, Oberteile oder Kleider zu finden. Es ist keineswegs so, dass hiesige Modehäuser keine Kleidungsstücke in langen Passformen anbieten. Nur entsprechen diese Stücke nicht den islamischen Vorschriften. Unpassend sind knallige Farben, enge Schnitte sowie Materialien, die sich nicht mehrfach übereinanderschichten lassen.
Der Ehemann der Inhaberin schildert, dass die Kundschaft international sei, auch nichtmuslimische Kunden würden mittlerweile dort einkaufen. Eine deutsche Kundin erklärt dazu, dass sie zunächst aus Neugier das Geschäft besuchte. Sie wolle allerdings mit diesen Stücken keine „kulturelle Aneignung“ betreiben. Sie möchte in ihrem fortgeschrittenen Alter keine Haut mehr zeigen. Das suggeriert ein weiteres Mal, als gäbe es auf dem deutschen Bekleidungsmarkt keine weiten oder länger geschnittenen Kleidungsstücke.
Handyhüllen-Frauen-Vergleich wird nicht hinterfragt
Der Inhaber erläutert die islamischen Verhüllungsvorschriften für Frauen, die lediglich Gesicht, Hände und Füße zeigen dürfen: „Was wichtig ist, sollte auch geschützt werden. So wie ein Handy – mit Hülle geschützt.“ Die zutiefst verachtende Weltanschauung, dass Frauen Wertgegenstände sind, ist im Islam an der Tagesordnung. Offenbar hält der BR diesen Vergleich von Frauen und Mobiltelefonen für unproblematisch, sodass dieser Beitrag in dieser Form gezeigt wird. An dieser Stelle hätte die Rückfrage der Programmmacher erfolgen müssen, inwiefern unverhüllte Frauen Freiwild sind, wenn diese auf eine Schutzhülle verzichten. „Sie sollte kein Objekt für andere Männer sein,“ meint der Inhaber.
Seitdem sie sich islamisch bedecke, würde sie manchmal seltsam angeschaut, erklärt die Inhaberin des Geschäfts mit einem anklagenden Unterton. Vermutlich fühlt sie sich von der Mehrheitsgesellschaft diskriminiert, die sich westlich kleidet. „Modest Fashion“ sei ein weltweiter Trend, ein milliardenschwerer Markt, führt der Sprecher weiter aus. Es gehe weniger darum, wenig Haut zu zeigen, sondern dass man sich in der eigenen Haut wohl fühle.
Diese Erläuterungen sind irreführend, da es sich um streng islamische Kleidungsvorschriften handelt, die mit den „Modest Fashion“-Stücken erfüllt werden: Weibliche Körper gelten als sündhaft und müssen ab frühester Jugend versteckt werden. Die Schnitte sind lang und wallend, um die Figur zu verbergen. Die Farben sind in gedeckten Tönen gehalten, um nicht aufzufallen. „Modest Fashion“ stellt sicher, dass die strengen Verhüllungsvorschriften erfüllt werden.
Kopftücher sind ein islamisches Symbol
Immer wieder zeigt der öffentlich-rechtliche Rundfunk unkritische Beiträge über Kopftücher und islamische Kleidung. Kopftücher werden als Zeichen der weiblichen Selbstbestimmung umdeklariert. „Mein Hidschab ist Feminismus, der für Freiheit und Würde steht“, heißt es in dem Funk-Format „Die Datteltäter“. Der Beitrag verherrlicht das Kopftuch als Mode-Statement. Gleichzeitig sind Millionen Frauen in islamischen Ländern zum Teil harten Repressalien ausgesetzt, wenn die Scharia-Kleidungsvorschriften nicht minutiös befolgt werden. Ein Beitrag von ARD Kultur erklärt ebenfalls, dass das Kopftuch ein feministisches Symbol sein kann.
„Frauen im Islam schützen sich vor den gierigen Blicken der Männer und setzen so ein Zeichen gegen ‚Objektifizierung‘“, heißt es weiter bei ARD Kultur. Später erläutert eine islamische Mode-Influencerin, dass Mädchen ab der Geschlechtsreife zum Kopftuch greifen. Diese freiwillige Entscheidung käme von Herzen und würde nicht von Eltern oder Ehemännern befohlen. Diese Aussage ist schlichtweg unglaubwürdig, da es immer mehr Mädchen im Grundschulalter gibt, die verhüllt werden. Diese ÖRR-Programme verklären das frauenverachtende Bild in islamischen Kreisen. Die strengen Kleidungsvorschriften sind alles andere als ein harmloser Modetrend, der saisonal getragen wird.
Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass diese Frauen ihr Leben unter einem Stoffkäfig verbringen müssen, während Männer unverhüllte Frauen als willige Beute verachten. „Modest Fashion“ dient dazu, nach außen zu symbolisieren, dass die Trägerin fromm und keusch ist. Die Botschaft lautet, dass die Trägerin kein billiges Objekt der Begierde ist, sondern eine Frau, die sich den islamischen Sitten unterordnet.
ÖRR normalisiert islamische Verhüllungspraxis
Diese Anbiederung an den Islam erfolgt bei ARD & ZDF nach demselben Muster. Das Kopftuch und islamische Kleidung werden als ein Akt der Selbstbestimmung von Frauen dargestellt. Dazu nutzen die Akteure Kampfbegriffe aus dem Feminismus. Damit wird dem Publikum eingeredet, dass es lediglich darum gehe, dass Frauen selbst aussuchen dürfen, was sie anziehen. Und das wird da noch erlaubt sein – im freien Westen.
ARD Kultur erklärt das islamische Kopftuch zu einem feministischen Symbol. Derartige Beiträge sind eine schallende Ohrfeige für Frauen im Iran oder Afghanistan: pic.twitter.com/KCVqlMdiEE
— Critical Cat | (@Critical__Cat) June 16, 2026
Tatsächlich soll das Bild der streng verhüllten Frau normalisiert werden. Kritik an diesen Bräuchen soll bereits im Keim erstickt werden. Frauen mit Handys zu vergleichen, mag im tiefsten Orient üblich sein – im gebührenfinanzierten Programm von ARD & ZDF haben derartige Aussagen nichts verloren.

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