Die öffentliche Berichterstattung ist seit Jahren bei vielen Themen von gefährlicher Einäugigkeit und eklatanter Parteilichkeit geprägt. Geht es um Terror, Gewalt und Gefahren von Rechts wird extensiv berichtet. Sind Migranten oder Islam involviert, üben sich viele Medien in Minimalismus.
Manche Opfer von Terror und Gewalt werden Ikonen des Kampfes gegen Rassenhass und Unmenschlichkeit. Andere Terroropfer verschwinden gesichts- und namenlos in der Statistik. Der Hintergrund dieser unanständigen Hierarchie der Opfer ist zutiefst politisch. Maßgeblich mitverantwortlich sind viele unserer Medien. Ihre Berichterstattung ist seit Jahren bei vielen Themen von gefährlicher Einäugigkeit und eklatanter Parteilichkeit geprägt – geht es um Terror, Gewalt und Gefahren von Rechts wird extensiv berichtet. Sind Migranten oder der Islam involviert, üben sich viele Medien in Minimalismus. Für die gravierende Missachtung journalistischer Standards werden sich viele Journalisten einmal genauso rechtfertigen müssen, wie es die staatstreuen DDR-Journalisten nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems tun mussten. Allerdings kann das noch lange dauern.
Der Hessische Rundfunk (HR) berichtet in diesen Tagen viel aus Würzburg, wo ein Mann aus Somalia ein tödliches Blutbad unter Frauen anrichtete, auch ein Junge wurde verletzt. Kein einziger Bericht ohne den Hinweis auf die psychischen Probleme des Flüchtlings aus Ostafrika, dessen Anschlag „möglicherweise“ auch islamistisch motiviert war. Immer wieder kommen Wissenschaftler, Therapeuten, Politiker und Bürger zu Wort, die vor gefährlichen Vorurteilen, kollektiven Schuldzuweisungen und einer politischen „Instrumentalisierung“ des „tragischen Geschehens“ von Rechts warnen.
Ein Somalier berichtet dem Reporter, dass er gerne wieder „ohne Angst“ durch die Innenstadt Würzburgs laufen möchte – ohne das unangenehme Gefühl zu haben, von den Menschen misstrauisch beäugt zu werden, ohne Angst vor Vorverurteilung und Ablehnung. Der Frankfurter Sender sorgt sich sehr um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Flüchtlinge und Einwanderer. Über die Opfer hört man vergleichsweise sehr wenig. Das ist bei anderen Gewalttaten nicht immer so.
Auf seiner Website hat der Hessische Rundfunk eine Bildergalerie der neun Toten des Anschlags in Hanau vom 19. Februar 2020 veröffentlicht, in zahlreichen Sendungen kamen Familienangehörige der Opfer zu Wort, sprachen Vertreter der türkisch- und kurdisch-stämmigen Menschen in Hanau. Auch sonst wird die Erinnerung an der Ermordeten lebendig gehalten. Die Fußballer von Eintracht Frankfurt trugen im Februar beim Spiel gegen den FC Bayern beim Aufwärmen Bilder und Namen der bei dem Anschlag getöteten Migranten auf ihren Trikots. Nationalspieler Amin Younes nutzte sein Tor, um beim Jubel das Porträt von Fatih Saraçoglu, einem der Hanauer Opfer, in die Kameras zu halten. Unter der Friedensbrücke in Frankfurt hängt ein riesiges Graffiti mit den Bildern der Opfer des rassistischen Anschlags.
Das sind nur drei einer enormen Zahl von Gedenk-Aktionen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen, die auch noch in diesem Jahr und heute, inzwischen 17 M








