Was deutsche Massenmedien aktuell zum islamistischen Terroranschlag von Würzburg absondern, ist an Widerwärtigkeit nicht zu übertreffen. Schuld an dem Blutbad hat natürlich nicht der Dreifachmörder aus Somalia, sondern Rechte, die den Mann angeblich irgendwann mal gejagt haben sollen. Unterschwelliger Tenor: Der Killer Abdirahman J. war dadurch so traumatisiert, dass ihm gar nichts anderes übrig bliebt, als zum Messer zu greifen und auf offener Straße drei Frauen zu ermorden.
von Vera Längsfeld
Als unsere gratismutige Nationalelf, die nur noch „Die Mannschaft“ heißen soll, vor dem Spiel gegen England auf die Knie ging, tat sie das nicht, um der drei brutal aus dem Hinterhalt ermordeten und der noch mehr verletzten Frauen zu gedenken, sondern an den tragischen Tod eines Kriminellen zu erinnern, der vor über einem Jahr in den USA stattfand und für den der Täter bereits rechtskräftig verurteilt ist. Diese Geste hatte in Anbetracht der Würzburger Messermorde etwas nahezu Obszönes, denn man wird das Gefühl nicht los, dass vor allem eins bewirkt werden sollte: Die Fußballfans von den aktuellen Morden abzulenken. An diesem Gefühl ändert sich auch nichts, wenn man weiß, dass hier nur dem Vorbild der Engländer gefolgt wurde. Denn die Frage bleibt, warum gerade jetzt und warum wurde kein Zeichen gegen die Ermordung unschuldiger Frauen gesetzt?
Nach der Erfahrung, wie totalitäre Systeme den Sport für ihre Ideologien und für die Ablenkung von ihren Verbrechen missbraucht haben, sollte der Sport von politischen Botschaften frei bleiben. Dieser richtige Grundsatz, an dem die UEFA festhalten will, soll nun um der moralisch guten Sache willen geschreddert werden. Jedenfalls, wenn es nach unseren Medien geht, die den Kniefall der Fußballer mit dem gleichen Enthusiasmus guthießen, wie es bei der zweifelhaften Idee der Fall war, die Fußballarena in Regen









