Meinung

Ceuta: Zuschauen bei der Invasion

Ceuta: Zuschauen bei der Invasion
Über den Seeweg stürmen Tausende illegale Migranten die spanische Exklave Ceuta.

Über den Seeweg haben inzwischen mehr als 60.000 illegale Migranten die spanische Exklave Ceuta überfallen. Die Regierung in Madrid wirkt völlig eingeschüchtert und hilflos. Italiens Ministerpräsidentin Meloni fordert Spaniens Schengen-Ausschluss, und Kanzler Merz liefert Plattitüden, dabei werden viele der nordafrikanischen Männer nach Deutschland wollen.

von Manfred Ulex

Ceutas Regierungschef Jesús Vivas hat am Freitagmittag die Zahl der illegal in die spanische Exklave gekommenen Migranten auf inzwischen rund 60.000 beziffert. Eine solche Größenordnung entspräche, auf ganz Spanien übertragen, etwa 34 Millionen Menschen, die binnen 24 Stunden einreisten, habe Vivas gesagt. Ceuta hat normalerweise 83.000 Einwohner. Offenbar landen immer noch massenhaft Migranten an, denn nur wenige Stunden zuvor hatte das spanische Innenministerium die Zahl der binnen 24 Stunden aus Marokko auf dem Land- und Seeweg in die spanische Exklave Ceuta gelangten Migranten laut Reuters noch mit rund 49.000 angegeben.

Am Donnerstag hatte sich Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez Medienberichten zufolge noch geweigert, den nationalen Notstand auszurufen und das Militär einzusetzen. Doch angesichts dieser massiven Invasion ist er nun gezwungen, dieses Problem zur Chefsache zu machen.

Als er am Freitagvormittag zu einem Besuch in Ceuta landete, wurde er, wie die Zeitung „El Mundo“ berichtet, von Demonstranten empfangen. Sie warfen Sanchez in Sprechchören vor, „Spanien zu verraten“ und „die Grenze ungeschützt zu lassen“. Kein Wunder, denn neben dem Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens, dass Illegale, die auf dem Seeweg kommen, nicht mehr sofort nach Marokko zurückgeschickt werden dürfen, ist auch die von Sanchez betriebene Massenlegalisierung illegaler Einwanderer ein wesentlicher Anreiz für diese große Migrationswelle.

Seine Ankündigungen dürften die Lage kaum beruhigen. Er versprach, Medienberichten zufolge, eine schnellere Bearbeitung von Rückführungsverfahren für illegale Einwanderer. Außerdem sollen Wellenbrecher von Tarajal Bojen gesetzt werden, die als sichtbare physische Barriere dienten und Rückführungen unmittelbar an der Grenze erleichtern sollten, wie Sánchez nach Angaben von „El País“ gesagt haben soll. Doch wer glaubt, dass ein