Von „Islamisten sind auch Rechte“ der Linken bis zur „Jetzt reicht‘s!“-Mentalität des Bürgertums gibt sich eine bunt gemischte Kaste von Verantwortungsträgern nach dem CSD-Terror wieder die Klinke in die Hand. Aber eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein Terroranschlag in der späten Bundesrepublik noch etwas ändert. Ein Kommentar.
Das untrüglichste Zeichen, dass die Politik nach einem Anschlag wieder zur Tagesordnung übergeht, sind Forderungen aus der Politik, man dürfe jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. In Wirklichkeit ist der CSD-Anschlag politisch längst abgehakt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist heute mit der isländischen Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir verabredet, um ein bisschen über „außen- und europapolitische Themen“ zu sprechen.
Was der Kanzler mitzuteilen hatte, passt auf eine gar nicht mal so eng bedruckte DIN-A4-Seite. Ein bisschen Dank an die „Vertreter der Glaubensgemeinschaften“, ein bisschen Dank an die Rettungskräfte und dann ein „sehr persönliches Wort“ an die „Damen und Herren“ der „queeren Community“.
„Intoleranz, Ausgrenzung, Diskriminierung, dumme Redensarten, schlechte Witze sind bereits Teil einer solchen Gewalt – nicht erst das, was wir gestern Abend erlebt haben, und das, was Sie erleben mussten.“ Erleben mussten die Menschen, wie ein behördlich hinlänglich bekannter, islamisch radikalisierter Libanese mit deutschem Pass am Rande des CSD mit einem Lieferwagen durch eine Menschenmenge rast. Eine Frau stirbt, 29 Menschen werden verletzt.
Merz bemängelt „schlechte Witze“
Der Täter Abdul Ballout hätte auch im Gefängnis sitzen können. Tat er aber nicht. Ein Gericht hielt es für eine hervorragende Idee, Ballout, der sich 2025 dem IS in Syrien anschließen wollte und in Deutschland einen Terroranschlag plante, auf Bewährung freizulassen. Was soll schon schiefgehen?













