Nach über zwei Jahren Lockdown, Zwangsmaßnahmen, Wirtschaftsblockade und Einschränkung bürgerlicher Freiheit und der Grundrechte ist Deutschland wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich ein Sanierungsfall – und soziopsychologisch behandlungsbedürftig.
von Roland Tichy
Anlässlich eines Autocorsos, mit dem Bürger in Mülheim an der Ruhr gegen die Coronazwangsmaßnahmen protestieren wollten, beschied das Ordnungsamt: Maskenzwang im Auto. Im Auto. Es geht längst nicht mehr um Ansteckung. Es geht um politische Symbolik: Jemandem die Maske ins Gesicht zwingen, ihn unkenntlich machen, ihm das Atmen erschweren: So demonstriert das Neue Deutschland seine Macht über die Untertanen, und die Polizei wurde vom Freund und Helfer zum Büttel, der sinnlose Befehle durchprügelt.
Das ist krank
Die Maske also als Symbol für den gehorsamen Untertanen, dem nur ganz ausnahmsweise genehmigt wird, seine Meinung zu äußern – wobei doch eigentlich Demonstrationen Grundrecht und nicht genehmigungspflichtig sind; nicht einmal angemeldet müssen sie werden. Das Vermummungsgebot mag ja noch halbwegs eingeleuchtet haben auf dem Höhepunkt der Pandemie – aber im Auto?
Deutschland ist so tief gespalten wie noch nie: das Land zerfällt – in die Geduckten, Gehorsamen, Ängstlichen, und jene, die sich der Pandemie der Angst entgegenstellen. Da sind die Panikmacher, die vor keiner Grenze zurückschrecken – nicht einmal vor der letzten Grenze der körperlichen Unversehrtheit, nachdem sie die Grenzen der Demokratie schon getestet haben. Ist uns eigentlich klar, dass „die winzige radikale Minderheit“ (Olaf Scholz), diese ganzen verabscheuungswürdigen Reichsbürger, Rechtsradikalen, dieser rechte Pöbel auf der Straße Recht behalten hat – und nicht Karl Lauterbach mit seinen Panikattacken allabendlich in den Talkshows?
Denn die Pandemie nähert sich ihrem Ende, Omikron ist nicht die ultimative Bedrohung, sondern Teil der Lösung. Wie schief ist eine Gesundheitspolitik, die da noch einen Impfzwang ein











