Meinung

Das Schicksal der AfD scheint besiegelt

Das Schicksal der AfD scheint besiegelt
Planlose AfD-Doppelspitze: Die beiden Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel

Wie sehr sich die AfD in den letzten Jahren auch bemühte: Mit sämtlichen politischen (Wahl-) Kampagnen, egal ob auf Bundes- oder Landesebene, ging die Partei baden und schnitt stets schlechter als bei der jeweils vorherigen Wahl ab. Die Ursachen sind vielfältig und müssen endlich beseitigt werden.

von Beate Steinmetz

Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Alternative für Deutschland (AfD) noch 12,6 Prozent erreicht, letztes Jahr dagegen gerade noch 10,3 Prozent. Kam sie bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl 2016 ebenfalls auf passable 12,6 Prozent, waren es fünf Jahre später nicht einmal mehr 10 Prozent. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist sie seit kurzem gar nicht mehr vertreten. Die Zitterpartie geht für die AfD weiter: Im Herbst droht ihr der nächste Rauswurf aus einem Landtag, nämlich in Niedersachsen. Diese „Pechsträhne”, wenn man es so nennen will, hält nun schon seit mindestens drei Jahren an und ein Ende ist nicht in Sicht. Selbst bei den jüngsten Kommunalwahlen in ihrer eigentlichen Hochburg Sachsen gelang es der Partei nicht mehr, auch nur irgendwo die meisten Stimmen auf sich zu vereinen.

Viele Parteimitglieder und -anhänger sind ob dieses Sinkflugs reichlich ratlos, und immer wieder stellen prominente AfD-Politiker allerhand Vermutungen auf, was denn wohl die Gründe für diesen Niedergang sein könnten. Mal ist es Björn Höckes völkisch anmutender Sprachstil, mal wird der Misserfolg auf die coronakritische Haltung zurückgeführt, wieder anderen missfallen angeblich putinfreundliche Äußerungen der Parteiprominenz und manch einem ist die AfD wiederum nicht radikal genug. Gerade dem liberalkonservativen Flügel wird immer wieder unterstellt, sich zu sehr bei dem Mainstream anzubiedern, beispielsweise wenn es heißt, man müsse afghanischen Ortskräften Asyl gewähren oder sogar schwere Waffen in die Ukraine liefern. Die innerparteilichen Konflikte tun ein Übriges.

Gründe für die Talfahrt sind vielfältig – und hausgemacht

Da so viele verschiedene mögliche Ursachen für den AfD-Niedergang verantwortlich gemacht werden, ist schwer zu sagen, was denn nun tatsächlich zutrifft. Sicher ist: Die Partei gibt ein desolates und zerrissenes Bild einer gespaltenen Bewegung ab. Vermutlich wird jeder einzelne der vorgenannten Gründe bei den unterschiedlichsten Wählergruppen dafür gesorgt haben, dass sie dieser einzigen verbliebenen konservativen Partei Deutschland nicht nochmals ihre Stimme gegeben haben. Wer eher gemäßigt ist, den dürften die Reden Björn Höckes so sehr abgeschreckt haben, dass er sein Kreuzchen mittlerweile woanders macht; wer in Putin den bösen Aggressor sieht, der die Ukraine dem Erdboden gleichmachen möchte, der wählt nun lieber eine putinkritischere Partei (wozu ja alle im Bundestag vertretenen Fraktionen zählen). Und dann gibt es noch viele ehemalige Wähler, denen schon lange die ständigen Streitereien unter den prominenten Parteipolitikern, vor allem zwischen dem identitären Flügel und der wirtschaftsreformerischen West-AfD, ein wachsender Dorn im Auge sind.

Was diese Konflikte anbelangt, so entsteht bei den Menschen sicher nicht ganz unberechtigt der Eindruck, dass es auch den führenden AfD-Politikern längst mehr um ihre eigene Macht und Pfründe geht als um das Wohl der Bürger. Zudem belegen diese Zänkereien ja, dass es in etlichen Punkten keine einheitliche parteipolitische Linie gibt, sondern dass hier ein holpriger Zick