Berlin rollt dem IS-Schlächter Ahmed al-Scharaa den roten Teppich aus, während Tausende seiner illegal eingewanderten Anhänger auf deutschen Straßen jubeln. Wer hier Schutz genießt und einem Mann aus dem IS- und Al-Qaida-Milieu huldigt, hat seinen Asyl- und Aufenthaltsstatus politisch selbst zertrümmert.
von Sofia Taxidis
Dieser Tag ist ein Dokument deutscher Selbstaufgabe. Berlin empfängt Ahmed al-Scharaa offiziell im Schloss Bellevue und im Kanzleramt, obwohl seine politische Herkunft aus dem jihadistischen Lager hinlänglich bekannt ist. Reuters beschreibt ihn als Anführer jener Nusra Front, die Teil von al Qaida war, ehe sie umfirmiert wurde. Wer so einen Mann hofiert, adelt nicht den Neuanfang Syriens, sondern wäscht eine Vergangenheit rein, die nach Blut, Fanatismus und Terror nur so stinkt.
Und auf deutschen Straßen klatscht der Jubeltrupp seiner Anhänger. Nach Angaben zum Berliner Großeinsatz wurden mehrere tausend Teilnehmer zu Demonstrationen für und gegen al Scharaa erwartet, darunter rund 3.000 Unterstützer am Hauptbahnhof. Das genügt vollkommen. Denn hier geht es nicht um Folklore, nicht um Heimatgefühle und nicht um irgendeinen harmlosen Fahnenumzug. Hier wird auf deutschem Boden einem Machthaber zugejubelt, dessen Lager aus dem islamistischen Gewaltmilieu kommt. Wer das tut, zertrümmert den eigenen Schutzvortrag mit den eigenen Händen.
Man muss es endlich ohne deutsche Watte sagen. Wer hier Asyl oder subsidiären Schutz beansprucht, beruft sich darauf, vor Verfolgung, Gewalt und politischem Terror geflohen zu sein. Wer dann in Deutschland aufmarschiert, um einem Mann aus genau diesem Machtmilieu Beifall zu spenden, erklärt der Öffentlichkeit das Gegenteil. Er sagt nicht: Ich brauchte Schutz vor dieser Ordnung. Er sagt: Ich kann mit dieser Ordnung sehr gut leben, ich feiere sie sogar noch. In diesem Augenblick wird aus dem Schutzsuchenden politisch der Anhänger. Und genau dann ist der Schutzstatus kein Tabu mehr, sondern ein Fall für die Überprüfung. Diese Leute sind kein Integrationsproblem. Sie sind ein Rückführungsfall.
Die ganze moralische Fäulnis dieses Besuchs liegt aber nicht nur bei denen, die jubeln. Sie liegt vor allem bei einem deutschen Staat, der unablässig von Haltung, Wehrhaftigkeit und historischer Verantwortung redet, dann aber Straßen sperrt, Verbotszonen errichtet und einen teuren Polizeiapparat auffährt, damit die Anhänger eines hochumstrittenen syrischen Machthabers ihr Spektakel abhalten können. Der deutsche Bürger soll jeden Verdacht von Extremismus verinnerlichen, aber importierter Jubel für ein islamistisches Machtmilieu wird als Begleitgeräusch eines Staatsbesuchs behandelt. Verkommener kann ein Rechtsstaat seine eigenen Maßstäbe kaum noch verraten.
Währenddessen brennt in Syrien weiter das Land der Minderheiten. AP berichtete erst gestern über sektiererische Angriffe auf die christliche Stadt Suqaylabiyah, bei denen Häuser, Geschäfte und Fahrzeuge christlicher Bewohner verwüstet wurden. Reuters dokumentierte bereits 2025 schwere Massaker an Alawiten und beschrieb al Scharaas Wurzeln im radikal sunnitischen Lager. Das ist die Wirklichkeit hinter dem Berliner Empfangslächeln. Christen leben in Angst, Alawiten wurden massenhaft abgeschlachtet, und in Deutschland stehen Leute auf der Straße und feiern den Mann, unter dessen Herrschaft dieses Land eben nicht befriedet wurde. Wer da noch von bloßer Symbolik redet, lügt sich die Welt zurecht.
Deshalb lautet der Befund in aller Härte: Wer in Deutschland Schutz genießt und Ahmed al Scharaa öffentlich zujubelt, hat den politischen Kern seines Schutzanspruchs selbst vernichtet. Solche Fälle gehören nicht in die nächste Integrationskonferenz, sondern auf den Tisch der Ausländerbehörden. Aufenthaltsstatus prüfen. Schutzgründe neu bewerten. Leistungen hinterfragen. Ausreise durchsetzen, wo das Recht es trägt. Nicht irgendwann, nicht nach der nächsten Talkshow, nicht nach der nächsten Betroffenheitsrunde. Sofort.
Denn ein Staat, der selbst offenen Beifall für einen Mann aus dem al Qaida Milieu auf seinen Straßen folgenlos hinnimmt, verteidigt weder Humanität noch Recht. Er erklärt nur noch seine eigene Feigheit zur Tugend. Und genau deshalb ist der Skandal dieses Tages nicht bloß Ahmed al Scharaa. Der eigentliche Skandal ist ein Deutschland, das sich von seinen eigenen Begriffen, seinen eigenen Grenzen und seinem eigenen Rest an Selbstachtung verabschiedet. Die Anhänger von Al Scharaa in Deutschland müssen ihre Koffer packen und ausgewiesen werden. Jetzt.
Keiner dieser Syrer hat einen Asylgrund.
— Alex 🗽🇮🇱 (@AlexE1789) March 30, 2026
Was machen die noch hier? https://t.co/524BE6eJsA
Die Syrer in Berlin heißen al-Scharaa in Berlin willkommen – währenddessen ermordet die Regierung in Syrien weiter Christen.pic.twitter.com/E1sKshhnkd
— Michael 🇩🇪 (@Bundeskanz50246) March 29, 2026
Syrian pro HTS lslamists are preparing to welcome AlJolani in Germany 🇩🇪, but they aren’t ready to go back and live under lslamists rule in Syria and prefer to live in Germany!pic.twitter.com/AynNkB6v7s
— Azat (@AzatAlsalim) March 29, 2026

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