Netzwelt

Zensurwelle auf X: Musk vor EU, Faeser und Merz eingeknickt

Zensurwelle auf X: Musk vor EU, Faeser und Merz eingeknickt
Veränderte Algorithmen – oder was ist auf Twitter/X los?

Gesperrte Konten, verschwundene Likes und reduzierte Reichweite: Eigentlich hatte man so etwas ja erst von der kommenden Regierung erwartet – doch eventuell hat bereits zum jetzigen Zeitpunkt die EU ihre Finger bei einer augenscheinlichen Zensurwelle auf Elon Musks Plattform X im Spiel.

von Dennis Riehle

Es verdichten sich Hinweise darauf, dass auf der Plattform Twitter/X Algorithmen neuerdings ziemlich willkürlich beeinflusst und durch externe Einflussnahme reguliert werden. Nachdem jüngst auch der Publizist Alexander Wallasch auf entsprechende Auffälligkeiten verwies, die mittlerweile auch zahlreiche Journalistenkollegen bei sich und ihrer Reichweite beobachten können, mehren sich die Anzeichen für ein konsequentes Herunterfahren von Sichtbarkeit und Impressionen oppositioneller Accounts mit kritischen Inhalten und unbequemen analytischen Beiträgen über die gesellschaftlichen Verhältnisse der Gegenwart.

Jedenfalls kommt es immer wieder zu massiven Tiefschlägen in der Statistik und Abstürzen in den Zugriffquoten. Mehr noch: Vergebene Likes und geteilte Posts sind plötzlich nicht mehr auffindbar, die Followerzahlen schwanken auch deshalb erheblich – weil Nutzer offenbar ohne ihr eigenes Zutun eifrigen Presseschaffenden entfolgen. Stringent erklärbar sind die sich in einer konkludenten Nachweiskette anhäufenden Zufälligkeiten eigentlich durch eine aktive Intervention des Betreibers des sozialen Mediums selbst – was im Fall von X doch sehr verwundert, tritt Elon Musk selbst doch so vehement für die unbehelligte Rede ein.

Weg in Richtung despotischer Zustände

Es wäre jedoch auch keine Verschwörungstheorie mehr, die wenig kühne These aufzustellen, dass der Rotstift auf Geheiß von außenstehenden Beobachtern wie einer ohnehin zur Zensur neigenden Kommission in Brüssel angesetzt wird, die mit ihrem Digital Services Act vordergründig “Desinformation” sowie  “Hass und Hetze” bekämpfen will, es wohl aber vor allem darauf abgesehen hat, allzu viel Widerrede gegenüber der herrschenden Klasse und Mut zur Wahrheit mit der brachialen Axt der Gängelung zu unterbinden. Denn vergleicht man den Erfolg manch eines ideologisch inhaltsleeren Influencers mit der Durchsetzungskraft von politischen Schreiberlingen selbiger Dimension, die nicht nur der deutschen Regierung mit ihrer konsequenten, tadelnden und brüskierenden Kommentierung im Weg stehen, so sind die Unterschiede darin, wie häufig deren Texte in der X-Timeline  im Gegensatz zu Tierfotos oder Einzeilern auftauchen, doch recht beeindruckend – und bezeichnend zugleich.

Hier verhindert man offenkundig mit dem Instrument der Beschränkung ein weiteres Verbreiten unliebsamer Auffassungen und