Meinung

Deutschlands Rohstofflüge

Deutschlands Rohstofflüge
Bildungsnation Deutschland: Projektstaat mit glorreicher Zukunft

Ob Kohle, Öl, Gas oder Mineralien – Deutschland wird niemals ohne externe Importe auskommen. Den wirklich echten Rohstoff, den wir besitzen, sind Erfindergeist und Ingenieurskunst. Doch auch diese typisch deutschen Tugenden haben unfähige Regierungspolitiker in die Tonne getreten.

von Michael Pramann

Es ist eine unumstößliche Tatsache, die in der aktuellen politischen Debatte gerne verschwiegen wird: Deutschland war, ist und bleibt ein rohstoffarmes Land. Seit dem Beginn des Industriezeitalters im 19. Jahrhundert ist unsere Wirtschaft fundamental auf den Import von Bodenschätzen angewiesen. Ob Kohle, Öl, Gas oder die heutigen kritischen Mineralien der sogenannten Energiewende – ohne Lieferungen von außen stünden hier alle Räder still. Die Vorstellung, Deutschland könnte jemals vollkommen autark und „rohstoffunabhängig“ existieren, ist eine gefährliche Illusion.

Die sogenannte Energiewende beendet diese Abhängigkeiten nicht, sie verschiebt sie nur: Weg von fossilen Energieträgern, hin zu Kobalt, Lithium und Seltenen Erden, bei denen wir uns heute in eine totale, fatale Abhängigkeit von China begeben haben. Weil man in Bonn und Berlin früher um diese Verwundbarkeit wusste, steuerte die deutsche Außenpolitik jahrzehntelang mit rationaler Staatskunst dagegen. Die Bundeskanzler von Willy Brandt über Helmut Schmidt bis Helmut Kohl begriffen, dass Rohstoffsicherheit nur durch friedliche, ideologiefreie Kooperation und verlässliche Partnerschaften gelingt.

Diplomatie statt Konfrontation: Die Lehren von Brandt bis Kohl

Ihre Ostpolitik basierte auf dem Prinzip „Wandel durch Annäherung“ – Wirtschaft als Friedensgarant. Schon Willy Brandt stellte im Zuge seiner neuen Ostpolitik im Jahr 1970 unmissverständlich klar: „Wir müssen von den Gegebenheiten ausgehen, wie sie in Europa bestehen. Das deutsche Volk braucht den Frieden mit den Völkern der Sowjetunion.“ Selbst auf dem eisigen Höhepunkt des Kalten Krieges, angesichts atomarer Bedrohung und unüberbrückbarer ideologischer Gräben, blieb Russland – damals als Sowjetunion – ein absolut vertragstreuer, verlässlicher Partner.

Moskau hat Deutschland nie mit Rohstofflieferungen erpresst. Bundeskanzler Helmut Schmidt brachte diese logische Fortsetzung der brandtschen Linie 1981 beim legendären Erdgas-Röhren-Geschäft auf den Punkt: „Wer miteinander Handel treibt und voneinander wirtschaftlich abhängig ist, schießt nicht aufeinander.

 Humankapital als einzig weltweit begehrter Rohstoff Deutschland

Die heutige politische Garde hat dieses diplomatische Erbe leichtfertig weggeworfen. Anstelle von Deeskalation, Verhandlungen und dem Ausgleich von Interessen dominieren in Politik und Medien kriegerische Töne und eine Logik der permanenten Konfrontation, die der heimischen Wirtschaft das Fundament entzieht.

Weil der deutsche Boden keine Schätze hergab, besaß dieses Land seit der Reichsgründung einen ganz anderen, im Labor der Nation gereiften Exportschlager: Das einzige Kapital und der weltweite Erfolg der deutschen Wirtschaft beruhte ausschließlich auf dem Humankapital: Wissen, Erfindergeist, Präzision, Zuverlässigkeit und einem funktionierenden Bildungssystem. Dieses deutsche Know-how war historisch so gewaltig, dass es als globaler Maßstab galt und selbst in den ehemaligen deutschen Kolonien und Schutzgebieten – von Afrika bis in den Pazifik – einen bleibenden zivilisatorischen Fortschritt hinterließ. Mit deutscher Gründlichkeit wurden dort funktionierende Bahnstrecken verlegt, Schulen aufgebaut und Krankenhäuser errichtet. Es war das Wissen der Ingenieure, Ärzte und Lehrer, das als eigentlicher Rohstoffexport die Welt prägte.

Vom Kulturvolk zum Deppenland: Die planmäßige Verblödung seit 1968

Doch was ist von diesem einst weltweit begehrten Rohstoff übriggeblieben? Nichts. Deutschland hat sein einziges Kapital selbst verspielt und mutwillig in die Tonne getreten.
Der schleichende Niedergang begann historisch mit der ersten großen Bildungsreform im Zuge der 1968er-Bewegung. Unter dem Deckmantel der „Emanzipation“ und antiautoritären Ideologie wurden Leistungsprinzip, Disziplin und hartes Faktenwissen schrittweise aus den Lehrplänen verbannt. Seit 1968 ist der Bildungsstandard in Deutschland kontinuierlich gesunken – ein Desaster, das uns heute die regelmäßigen PISA-Abstürze schwarz auf weiß attestieren.

Wir sind im Eiltempo zu einem Deppenland mutiert. An die Stelle von kritischen Denkern, Forschern und Querdenkern ist ein Volk von kritiklosen, willenslosen Statisten getreten. Eine breite Masse, die verlernt hat, Logik walten zu lassen, und stattdessen einfach alles glaubt, was in den Zeitungen und den gesteuerten Medien vorgegeben wird. Wer nicht mehr hinterfragt, wird regierbar – verliert aber gleichzeitig die Fähigkeit, eine komplexe Industrienation technologisch anzuführen.

Systemversagen: Kollaps nach innen, Ohnmacht nach außen

Dieser Bildungsverfall korrespondiert perfekt mit dem totalen Kontrollverlust im Inneren. Während der deutsche Steuerzahler und Finanzier des gesamten Systems durch Inflation und ruinöse Energiepreise ausgepresst wird und altersarme Rentner, die dieses Land aus Schutt und Asche aufgebaut haben, Flaschen sammeln müssen, um zu überleben, leistet sich der Staat ein kolossales Vollzugsdefizit. Das Asylrecht, das eigentlich politisch Verfolgte schützen soll, wird missbraucht. Zu 99 Prozent überschreiten Menschen ungehindert die Grenzen aus sicheren Drittstaaten – was laut Artikel 16a Grundgesetz explizit illegal ist. Anstatt diese Gesetzesbrecher konsequent abzuschieben, werden sie vom Staat oft in teuren Unterkünften alimentiert. Hier wird das Geld verpulvert, das an Schulen, Universitäten und bei der eigenen Bevölkerung fehlt.

Deutschland fährt also sehenden Auges vor die Wand. Nach außen hat man die diplomatische Vernunft verlernt, die uns billige Rohstoffe sicherte. Nach innen hat man das Bildungssystem zerstört und die Grenzen für illegale Migration in die Sozialsysteme geöffnet. Wenn ein Land ohne Bodenschätze auch noch den Rohstoff in den Köpfen seiner Menschen vernichtet, bleibt am Ende nichts als der wirtschaftliche und gesellschaftliche Ruin. Es gibt hier nichts mehr zu diskutieren, zu verharmlosen oder zu beschwichtigen. Punkt.

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