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Für Luxus-Apartments: 91-Jährige aus Wohnung geworfen

Für Luxus-Apartments: 91-Jährige aus Wohnung geworfen
Katharina Bolte (91) im Wohnzimmer ihrer Wohnung in Köln-Lindenthal.

Nach 53 Jahren soll Katharina Bolte (91) aus ihrer Wohnung fliegen. Hier hat sie gelebt, geliebt und ihre Kinder großgezogen – doch für den neuen Eigentümer zählt offenbar etwas anderes: Das Haus soll abgerissen werden, damit im begehrten Kölner Stadtteil Lindenthal teure Luxus-Apartments gebaut werden können. Für die Seniorin heißt es deshalb: Koffer packen und raus aus dem Zuhause, Platz machen fürs große Geschäft!

von Dimitri Soibel

1973 zog Katharina Bolte mit ihrem Mann Elimar und den beiden Kindern ein. Auf der anderen Straßenseite eröffnete ihr Ehemann einen Friseursalon, in dem er mit seiner Frau arbeitete. Mit dem Eigentümer des Achtparteienhauses, der ebenfalls in der Immobilie wohnte, freundete sich die Familie an.

Für Luxus-Apartments: 91-Jährige aus Wohnung geworfen
Sohn Elimar Jr., Mama Katharina und Vater Elimar Bolte Weihnachten 1979 in ihrer Wohnung.

Fünf Jahrzehnte vergingen. Katharinas Mann starb 1984, die Kinder wurden erwachsen und zogen aus. Die Kölnerin blieb in ihrer Wohnung und hätte sich nie vorstellen können, dass sie ihr Zuhause mal verlieren könnte.

Katharina Bolte ist die letzte Mieterin im Haus

2022 musste der alte Eigentümer des Hauses altersbedingt die Immobilie verkaufen. Der neue Besitzer, die Immobilienfirma, beschloss, nach dem Hauskauf das Gebäude abzureißen. „Für mich war es ein großer Schock, als ich zum ersten Mal den Brief mit der Kündigung durchgelesen habe“, sagt die Seniorin, die Pflegegrad 2 hat. „Diese Wohnung ist meine Heimat. Ich will hier nicht weg.“

Für Luxus-Apartments: 91-Jährige aus Wohnung geworfen
Das Mehrfamilienhaus soll nach dem Willen des Investors abgerissen werden.

Weil sie sich gegen die Kündigung wehrte, reichte der Vermieter eine Räumungsklage ein. Er verlor sie aber vor dem Amtsgericht Köln. Deshalb klagt er jetzt in zweiter Instanz vor dem Landgericht Köln und möchte durchsetzen, dass die Rentnerin auszieht. Inzwischen ist sie die letzte Mieterin im Achtparteienhaus.

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Elimar Bolte (62) nimmt seine Mutter Katharina auf dem Sofa der Zwei-Zimmer-Wohnung in den Arm.

„Er hat meiner Mutter mehrere Wohnungen angeboten, doch die meisten waren zu weit entfernt“, erklärt Sohn Elimar Bolte (62). „Bei einer Wohnung, die in der Nähe lag, wollte sie zustimmen, wenn man ihr dort ein lebenslanges Wohnrecht gewährt. Doch dann zog der Vermieter sein Angebot zurück. Inzwischen behauptet er sogar, dass ich hier zusammen mit meiner Mutter wohnen würde, was aber nicht stimmt.“

Das sagt der Vermieter dazu

Auf Anfrage erklärt der Vermieter der Seniorin: „Ich habe Frau Bolte 2025 und 2026 diverse Wohnungen in Köln, kombiniert mit einer großzügigen finanziellen Abfindung, angeboten. Bei einer Wohnung kam es beinah zu einer Einigung, doch dann verlangte der Sohn der Mieterin ebenfalls für sich dort ein lebenslanges Wohnrecht.“

Grundsätzlich habe die Firma in der Vergangenheit in ähnlichen Situationen immer eine Lösung gefunden. Aber: „Bislang wurden allerdings sämtliche Versuche einer Lösung durch den Sohn abgelehnt.“

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