Deutschland

ADD, die neue Alternative: Jetzt auch in Deutschland Erdogan wählen

ADD, die neue Alternative: Jetzt auch in Deutschland Erdogan wählen

Im neuen Deutschland verändert sich die Parteienlandschaft. Eine Migranten-Partei, die vor allem muslimische deutsche Staatsbürger anspricht, wie auch erklärtermaßen die Positionen der türkischen Regierung vertritt, gab es bislang noch nicht. Doch inzwischen wirbt die „Allianz Deutscher Demokraten“ (ADD) um muslimische Wahlberechtigte. Der Parteiname klingt zunächst so banal, scheinbar groß und inhaltlich unspezifisch wie ein Parteiname eben klingen muss. Die ADD, so will er uns sagen, ist für alle da. Da verwundert es nicht, wie die sich Parteigründer in ihrem Entwurf für ein Grundsatzprogramm zunächst in aller Harmlosigkeit darstellen: „Die ADD sieht sich sowohl als konservative, liberale, als auch als eine soziale Partei an.“

Der Charakter der Neugründung erschließt sich auf den zweiten Blick, auf die Parteigründer Remzi Aru, Ramazan Akbas und Halil Ertem. Aru ist türkischstämmiger Unternehmer und Verfechter der Politik des türkischen Präsidenten Erdogan, dessen Politik er auch gelegentlich in deutschen Fernsehtalkshows engagiert verteidigt. Auch der Rechtsanwalt Akbas ist voller Begeisterung ob der Erdogan-Herrschaft über die Heimat seiner Vorfahren. Und Halil Ertem hat schon mal als quasi bayerischer ADD-Chef dagegen protestiert, dass eine muslimische Schülerin in einer Nürnberger Schule während des Ramadan zum Essen eingeladen wurde. Sein Fazit: „Ewiggestriger Säkularfundamentalismus hat an unseren Schulen nichts verloren“. Die Zukunft gehört halt ganz unsäkular dem Propheten.

Sozialstolz? Was versteht die ADD darunter?

Das Grundsatzprogramm der drei Herren klingt allerdings versöhnlicher, vielleicht um Nicht-Türken und Nicht-Muslime nicht gleich zu verschrecken. Dort steht die ADD für ein selbstbewusstes und traditionsbewusstes, aber auch weltoffenes, multireligiöses und multinationales Deutschland, das einen guten Patriotismus und Sozialstolz pflegt, anstatt von einem Extrem ins Andere zu fallen.

Sozialstolz? Was versteht die ADD darunter? Mir ist das Wort neu. Vielleicht ist es der ADD ja schon gleich nach ihrer Gründung gelungen, die deutsche Sprache um ein Wort zu bereichern. Ansonsten sind wir also multinational. Das ist die neue deutsche Leitkultur, die deutsche Nation hat ausgedient: Durch die gemeinsame Förderung verschiedener Hautfarben und Religionen wird diese Leitkultur gestärkt und durch Einbindung von allen Menschen in Deutschland erreichen wir eine erfolgreiche Integration aller Menschen. Wohinein sich die Menschen integrieren wollen, können sie wahrscheinlich aus dem multinationalen Leitkulturangebot auswählen. Wie sich die Parteigründer allerdings die „Förderung verschiedener Hautfarben“ konkret vorstellen, würde man schon gern etwas genauer wissen. Aber wir wollen nicht kleinlich sein, denn die ADD arbeitet schließlich an unserer Zukunft:

Die ADD steht für eine Willkommenskultur für Kinder, die Stärkung der Familie und mehr Fairness ̵