Der zivilisierte Westen hat sich bereits vor geraumer Zeit von dem archaischen Brauch der Kinder-Ehen und Bräute verabschiedet. In Deutschland wurde in den letzten Jahrzehnten ein enormes Augenmerk auf den Schutz von Kindern gelegt. Mädchen in Deutschland konnten sich bislang sicher sein, nicht im Kindes- oder frühen Jugendalter eine Ehe eingehen zu müssen.
Diese Gewissheit, eine Kindheit und Jugend frei von sexuellen Übergriffen und Zwangsverheiratung zumindest bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres zumindest gesetzlich garantiert zu bekommen, diese Gewissheit ist für türkische Kinder und Jugendliche seit dem 14. Juli Vergangenheit.
Wegen Schlagzeile am Wiener Flughafen: Türkei bestellt Österreichs Geschäftsträger ein
Wie die türkische Zeitung Hürriyet berichtete, beschloss das türkische Verfassungsgericht bereits am 14. Juli, das Mindestalter für Geschlechtsverkehr von 16 auf zwölf Jahre zu senken.
Die richterliche Entscheidung wurde damit begründet, dass ein zwölfjähriges Kind bereits in sexueller Hinsicht ausreichend aufgeklärt sei. Zudem müsse rechtlich zwischen dem Missbrauch von vier- und 14-jährigen Kindern unterschieden werden, was zwangsweise dazu führt, dass der Missbrauch eines zwölfjährigen Kindes mit dem Missbrauch eines Erwachsenen gleichgesetzt wird.

Die Schlagzeilen europäischer Medien, die Türkei erlaube nun Sex mit Kindern, wurden von türkischer Seite als islamfeindliche Parole gewertet. So sah sich das türkische Außenministerium wegen einer News-Ticker-Meldung der Kronen Zeitung am Wiener Flughafen zum Urteil des türkischen Verfassungsgerichts genötigt, den österreichischen Vertreter des Botschafters einzubestellen.
Die Schlagzeile am Wiener Flughafen »befleckt das Bild der Türkei und ist falsch«, so ein türkischer Diplomat laut der Deutschen Welle. Der türkische Außenminister Çavuşoğlu wirft Österreich wegen des Vorfalls sogar »radikalen Rassismus« vor.
Straffreier Kindersex: »Anpassung an internationale Standards«
In einem Artikel der Islamischen Zeitung, die dem Leser weismachen möchte, dass die jüngste verfassungsrechtliche Entscheidung nichts mit Erdoğans Säuberungspolitik zu tun habe, rechtfertigt der Autor, Gründer und Herausgeber Abu Bakr Rieger, der laut dem Magazin Compact bis 2007 stellv











