Über 160 Kommunen in Deutschland decken bereits einen großen Teil ihres Strom- und Wärmebedarfs durch überwiegend regional erzeugte Biomasse. Sie sind damit auf dem Weg, unabhängig von großen Energieunternehmen zu werden – und sparen Kosten.
von Ulrich Gausmann
Das Geheimnis nachhaltiger Veränderungen heißt: endlich anfangen! Das könnte das Motto von Peter Schmuck sein, der Ende der 1950er Jahre in Leipzig geboren wurde. Schon mit 17 Jahren fühlte er sich in den beiden Weltsystemen Sozialismus und Kapitalismus nicht wohl: beide hielt er nicht für zielführend, unfair und ungerecht. Seitdem bewegt ihn die Frage: Gibt es einen „dritten Weg“? Aktiv-konstruktiv geht er an die Welt heran, schafft sich aus der Realität seine eigene Wirklichkeit. „Ich bin Konstruktivist“, so Peter Schmuck über sich selbst. Sein Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität in Berlin gibt ihm die theoretische Grundlage, 1995 Habilitation in Göttingen, ab 1997 beginnt seine praktische Arbeit. Seit 25 Jahren beschäftigen ihn die Themen „Nachhaltige Entwicklung, Bioenergie und Energiewende“. In Potsdam wird er Leiter des Instituts für Nachhaltigkeit und Umweltpolitik und dort auch Professor für Umweltpsychologie und Nachhaltigkeitsmanagement.
Wer mit ihm zu tun hat, spürt die Tatkraft, pragmatisches, kluges Vorgehen und die Lebenserfahrung, die den positiven Drive gibt, mit dem er durch das Leben geht. Offener Blick hinter einer unauffälligen Nickelbrille, immer präsent, unaufdringlich und ein guter Beobachter. An verschiedene Hochschulen hat ihn seine wissenschaftliche Arbeit geführt – Greifswald, TU Berlin, Potsdam, Kassel, Magdeburg, Eberswalde. Über seine Entwicklungsprojekte hat er auf mehreren Kontinenten Vorträge und Vorlesungen gehalten, in Amerika und Australien, wobei das Interesse in asiatischen Ländern wie Japan, Indonesien und China besonders stark war.
Die von ihm und seinem Team konzipierten „Energiewendedörfer“ stellen ihre Energieversorgung auf regional langfristig verfügbare, nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Stroh und Pflanzensilage (Biomasse) um. Die Nutzung dieser Rohstoffe kann klimaneutral gestaltet werden und sie müssen nicht mit aufwändigen Transporten um die Welt herbeigeschafft werden. Man fördert nicht zuletzt die eigene Region. In Jühnde bei Göttingen entstand 2005 das erste Bioenergiedorf. Das war der Startschuss für die Bewegung, Dörfer auf neue Energieträger umzustellen.
Über 160 Kommunen und Gemeinden in Deutschland sind inzwischen zu einem Bioenergiedorf geworden und auf einer interaktiven Karte zusammengefasst. Es lohnt sich, die Landkarte einmal anzuschauen. Oft ist das nächste Bioenergiedorf oder die Zukunftskommune näher, als man denkt.
Dort findet man Dörfer, deren Namen man noch nie gehört habt, die aber ihrer (unserer) Zeit schon weit voraus zu sein scheinen. Von Ahrenswohlde mit etwa 600 Einwohnern bis Zepkow mit über 200 Einwohnern reicht die Auflistung der Energiedörfer mit genauen Angaben zur Menge des erzeugten Stroms und zu den verwendeten Biomasse-Materialien. Die Beteiligungsquoten sind dort ebenfalls zu sehen. Die Dörfer produzieren ihren elektr











