Unter dem Deckmantel der Klimarettung fordert die grüne Vordenkerin und Journalistin Ulrike Hoffmann Kriegswirtschaft und Sozialismus. Doch was passiert, wenn diese Forderung Realität wird? Was genau bedeutet das für Deutschland?
von Benjamin Mudlack
Eigentlich arbeite ich mich nicht gern an Personen oder deren Aussagen ab, sondern orientiere mich an Sach- anstelle von Machtfragen. Allerdings gibt es einflussreiche Personen, die zunehmend auf die ein oder andere Art und Weise eine Kriegswirtschaft fordern. Diese Forderungen dürfen nach meiner Auffassung nicht unkommentiert bleiben.
Konkret geht es um Ausführungen der grünen „Intellektuellen“ Ulrike Herrmann, einer Journalistin der „Taz“. Sie fordert die Abschaffung der freiwilligen Tauschwirtschaft und befürwortet den Gang in die staatliche Befehls- und Lenkungswirtschaft. Die Dame sitzt in nahezu sämtlichen Talkshows der sogenannten Mainstream-Medien und insofern ist sie eine wichtige Meinungsbildnerin. Menschen, die diese drastischen Formulierungen nicht mit der eigenen Urteilskraft betrachten, laufen Gefahr, der Forderung nach Kriegswirtschaft Vorschub zu leisten.
Herrmann macht sehr einseitig aktiv Stimmung gegen den freiwilligen Leistungstausch zum beidseitigen Vorteil und sie macht Werbung – und mehr – für die unter Gewaltandrohung erzwungene Kooperation. Insofern ergibt es Sinn, die Aussagen differenziert zu sezieren und den faulen Zauber offenzulegen.
Begriffsdefinition der Kriegswirtschaft
Zunächst ist es wichtig zu klären, was genau unter einer Kriegswirtschaft zu verstehen ist. Unter dem Strich wird einer großen Zielsetzung alles untergeordnet. Jeder einzelne Mensch hat seine Bedürfnisse zurückzustellen und sich der kollektiven Zielsetzung zu unterwerfen. Man kann also durchaus von einer Kollektivierungsmethode sprechen. Das Individuum wird ganz kleingemacht, der Wille eines jeden einzelnen Menschen wird eliminiert und es wird ein großes Narrativ aufgebaut.
Der Hindenburgplan zu Zeiten des Ersten Weltkriegs war ein Beispiel für eine Kriegswirtschaft. Die Wirtschaftsordnung der Nationalsozialisten ebenso. Formal gesehen blieb das Privateigentum beziehungsweise das Sondereigentum an den Produktionsmitteln bestehen, aber die Obrigkeit bestimmte sehr genau, was und in welchem Umfang produziert werden sollte. Damals sollten logischerweise Rüstungsgüter hergestellt werden. Die Rüstungsgüterproduktion ist der destruktiven wirtschaftlichen Aktivität zuzurechnen. Die begünstigten Branchen profitieren, aber diese Art der Güter sorgt nicht für mehr Wohlstand. Kommt es zum Krieg, werden sogar Wohlstand, Infrastruktur und Menschenleben in den betreffenden Regionen vernichtet.
Die Zeit der Corona-Maßnahmen war eine subtile Form der Kriegswirtschaft und auch eine Zeit des Notstands. Dieser Rechtszustand untergräbt die Grundrechte und sorgt für die unbedingte Unterordnung der individuellen Rechte zugunsten der kollektiven Kriegsbegriffsdefinition. Herrmann fordert nun im Zusammenhang des von ihr definierten Klimanotstandes eine Abkehr von der Marktwirtschaft. Die Tatsache, dass zwanghafte Kooperation notwendigerweise immer mit Gewalt verbunden ist, verschweigt sie.
Abschaffung der Marktwirtschaft
Ein Blick in die Geschichtsbücher weitet und schärft den Blick. Wir befinden uns in den letzten Phasen der Geldverschlechterung. Diese geht automatisch mit einer Situation der kollektiven Überschuldung einher. In meinen Schriften habe ich das oft thematisiert – allein im Euro-Raum wurde die Geldmenge seit 1980 verfünfzehnfacht. Da die Gütermenge nicht in dem Maße gestiegen ist, kommt es zu enormen Kaufkraftminderungseffekten. Daraus resultieren Wohlstandsverluste für weite Teile der Bevölkerung und gesellschaftliche Spannungen.
Nahezu ausnahmslos in der Geschichte der Menschheit und des Geldes kam es, wenn Überschuldung und Teuerung exorbitant wurden, zu einer Abschaffung der verbliebenen marktwirtschaftlichen Anteile, zu Preisvorgaben, Rationierungen, Planwirtschaft, Krieg und zu Not und Elend.
Nicht unerwähnt bleiben sollte die Tatsache, dass der Verteidigungsminister Deutschlands kürzlich sinngemäß dafür geworben hat, eine Art Kriegstüchtigkeit herzustellen. Die „Bild“-Zeitung titelte am 16. Januar 2024, es würde ein Geheimpapier zu einer Nato-Eskalation des Krieges und einem möglichen Angriff Russlands geben. Es ist das Spiel mit der Angst, der großen Werteumverteilung und ein Resultat der fortschreitenden Geldverschlechterung. Aufgeklärte Menschen verfallen nicht in Alarmismus, weder bei den Temperaturen noch bei der Russland-Causa oder etwa seinerzeit bei der Corona-Thematik.
Raus aus dem – wie sie sagt – schädlichen Wachstum
Undifferenziert von Wachstum zu sprechen, halte ich für extrem unklug und fachlich falsch. Welches Wachstum meint Ulrike Herrmann? Spricht sie von qualitativem oder quantitativem Wachstum? Wie und in welcher Recheneinheit wird es errechnet?
Nominelles Wachstum in Bezug auf die Wirtschaftsleistung lässt sich nahezu ausnahmslos in der Nachkriegszeit feststellen – aber eben nur nominelles Wachstum, das auf einer Art Nominalwert-Illusion beruht. Die Geldmenge, und folglich die Rechnungseinheit für die Wirtschaftsleistung, wurde im Euro-Raum seit 1999 mehr als verdreifacht. Wenn ein Quadratmeter nun nicht mehr die Fläche von einem Meter mal ein Meter ausmacht, sondern nur noch 50 Zentimeter mal 50 Zentimeter, wohnt man dann automatisch in einer viermal so großen Behausung? Hat sich der Wohlstand dann notwendigerweise vervierfacht? Eher nicht!
Auch wenn diese Vergleiche hinken, so zeigen sie doch deutlich, wie sehr sich die Menschen manipulieren lassen. In einem Umfeld des inflationären Geldes steigen die Preise und somit auch die Summe aller umgesetzten Waren, Güter und Dienstleistungen. In Unzen Gold gerechnet ist die Wirtschaftsleistung Deutschlands übrigens von 1999 bis 2022 um etwa 72 Prozent gefallen.
Kein qualitatives Wachstum – keine Ressourcenschonung!
Es soll um Ressourcenschonung gehen. Diese wird unter anderem durch Produktivitätsfortschritte, also durch effizientere Produktionsverfahren erwirkt. Seit der Politik des lockeren Geldes und der Politik des Herausk










