Die Insolvenzzahlen in Deutschland steigen dramatisch: Privatpersonen, Kleinunternehmen und große Firmen haben mit Pleiten zu kämpfen. Droht ein wirtschaftlicher Dominoeffekt?
von Manfred Ulex
Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist stark angestiegen. Davon betroffen sind sowohl Kleinunternehmen, Privatpersonen als auch große Firmen, wie der Inkassodienstleister Creditreform am Montag bekannt gab.
„Mit einiger Verzögerung schlagen die Krisen der vergangenen Jahre nun als Insolvenzen bei den Unternehmen durch“, sagte der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. „Der wirtschaftspolitische Stillstand und die rückläufige Innovationskraft haben den Wirtschaftsstandort Deutschland geschwächt. Daher rechnen wir 2025 mit einem weiteren Anstieg der Fälle.“ Die Zahl der Insolvenzen könnte sich eventuell dem Jahr 2009, dem Jahr nach der Finanzkrise, annähern, befürchtete Hantzsch.
Die Zahl der Unternehmenspleiten stieg im Jahr 2024 um fast 25 Prozent auf 22.400 Fälle – der höchste Wert seit 2015. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg deutlich. Waren es im vergangenen Jahr noch knapp 66.500 Fälle gewesen, stiegen sie jetzt um 8,5 Prozent auf 72.100 Fälle.
Großinsolvenzen haben „erhebliche“ Folgen
Als Hauptursache für diese Privatpleiten nennt das Unternehmen die „stark gestiegenen Lebenshaltungskosten und höhere Kreditzinsen“. Auch der spürbare Abbau von gut bezahlten Arbeitsplätzen verschärfe die Lage.
Auch wenn Kleinstunternehmen mit höchstens zehn Beschäftigten insgesamt etwa 81 Prozent aller Fälle ausmachten, gebe es auch einen „überdurchschnittlichen Anstieg der Insolvenzen bei größeren Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten“. In diesem Bereich stiegen sie um 44,4 Prozent.
Prozentual sei die Zahl der Großinsolvenzen zwar gering – doch bei besonders großen Firmen seien die Folgen des Bankrotts „erheblich“. Besonders viele Arbeitsplätze sind davon betroffen. In Fällen, in denen die Unternehmen verschuldet sind und ihre Schulden aufgrund des Konkurses nicht zurückzahlen können, ist der Forderungsverlust zudem besonders hoch.
Seit 2021 stürzt das Verarbeitende Gewerbe ab
„Besonders besorgniserregend“ sei auch die Zunahme von „Ketteninsolvenzen“, betonte Hantzsch. Damit wird ein Phänomen bezeichnet, bei dem ein Unternehmen durch seine Zahlungsunfähigkeit einem anderen Unternehmen große finanzielle Schäden zufügt und dieses wiederum in eine Illiquidität treibt.. Die „anhaltenden Krisen der vergangenen Jahre“, schildert Creditreform, hätten diese Dynamik gefördert.
Die Folgen sind weitreichend: Der Gläubigerschaden – also der finanzielle Verlust von Firmen, die geliehenes Geld nicht wiedererhalten werde – beträgt demnach etwa 56 Milliarden Euro. Etwa 320.000 Arbeitsplätze sind 2024 von Pleite-Folgen betroffen.
Die meisten Firmenpleiten erlebte das Dienstleistungsgewerbe. Im Jahr 2024 erklärten hier mehr als 13.000 Unternehmen ihren Bankrott, ein Anstieg um










