Die Linke fordert Deutschland auf, Zehntausende marokkanische Migranten, die illegal nach Ceuta gekommen sind, aufzunehmen. Zudem sprach sich die Partei gegen einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen aus.
Die Linke hat Deutschland aufgefordert, Migranten aufzunehmen, die illegal von Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingedrungen sind. „Damit darf Spanien nicht allein bleiben. Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, bei der Versorgung zu helfen und Schutzsuchende aufzunehmen“, erklärte Fraktionsvize Clara Bünger zu der Lage in Ceuta, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.
„Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher. Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt“, so Bünger, die Sprecherin für Flucht- und Rechtspolitik der Linken-Bundestagsfraktion ist. Bünger widerspricht auch klar der Forderung vieler führender Politiker, die europäischen Außengrenzen besser zu schützen. „Wer glaubt, mit noch mehr Abschottung sei das Problem gelöst, irrt“, sagte Bünger.
Infolge des Ansturms von Migranten auf Ceuta haben mehrere EU-Staaten die Grenzsicherung innerhalb der EU verschärft. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat das Schengen-Abkommen mit Spanien ausgesetzt und Grenzkontrollen für jeden Grenzübertritt von Spanien nach Italien auf dem Luft- und Seeweg angekündigt. Der deutsche Innenminister hat die Grenzkontrollen infolge der Ereignisse in Ceuta verlängert. Am heutigen Samstag trifft sich die EU zu einer Krisensitzung, um über den Migrantenansturm auf Ceuta zu sprechen.
Mittlerweile hat sich die Lage in Ceuta wieder etwas entspannt. Berichten der spanischen Regierung zufolge haben Zehntausende Migranten die Exklave wieder verlassen. Unter anderem, weil sie kaum Aussicht auf ein Bleiberecht in Spanien und der EU haben. In der gesamten EU erhalten lediglich 6 Prozent der marokkanischen Migranten Asyl. Parallel zum Weggang von Zehntausenden illegalen Migranten aus Ceuta kam es am Freitagabend in der zweiten spanischen Exklave Melilla zu einem Ansturm von 500 Migranten, die auch Polizisten angriffen und Polizeiautos anzündeten. Die Polizei wiederum setzte Pfefferspray ein und nahm mehrere der Migranten fest.

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