Ermittler finden eine riesige Menge Kinderpornos bei einem ehemaligen SPD-Funktionär und Richter. Doch trotz Anklage bleibt der auf freiem Fuß. Wie kann das sein?
Nach polizeilichen Ermittlungen und dem Fund von 1,7 Millionen Dateien mit Darstellungen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern auf den Geräten des Beschuldigten wird sich ein Richter bald auf der Anklagebank wiederfinden. Der Mann lebt laut Medienberichten in Niedersachsen und war nach MDR–Informationen an mehreren Thüringer Gerichten tätig, unter anderem am Verwaltungsgericht Weimar, als stellvertretendes Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs und zuletzt am Sozialgericht Nordhausen. Aktuell sei der 62-Jährige krankgeschrieben.
Die Staatsanwaltschaft Hannover hat den Mann, Richter mit SPD-Parteibuch, wegen nachweislichen Besitzes von Kinderpornografie mittlerweile angeklagt (AZ: 8563 Js 67 668/23), so die Bild nach Anfrage bei den zuständigen Behörden (Bezahlschranke). Laut den Ermittlern wurden zuvor auf “privaten Geräten 1,7 Millionen Dateien” gesichert, verteilt auf 40 Festplatten, auf denen Kinder zu sehen waren, die “sexuell schwer missbraucht werden”.
Es dürfte laut Bild-Recherche “einer der größten Funde bei einer einzelnen Person in Niedersachsen gewesen sein”. Laut der Staatsanwaltschaft wird dem Mann nun vorgeworfen, “im Besitz von kinder- und jugendpornografischen Schriften zu sein”, so eine Sprecherin des Landgerichts Hannover zur Anklageschrift.
Derzeit werde geprüft, ob ein Hauptverfahren eröffnet werde. Der 62-Jährige befindet sich laut Bild nicht in Haft, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.














