Deutschland

Röntgenuntersuchungen bei minderjährigen Migranten: Jeder zweite “Flüchtling” lügt beim Alter

Röntgenuntersuchungen bei minderjährigen Migranten: Jeder zweite "Flüchtling" lügt beim Alter

Knapp die Hälfte der am Hamburger Uniklinik Eppendorf (UKE) untersuchten minderjährigen Asylbewerber hat sich als volljährig herausgestellt. Das haben Röntgenuntersuchungen bei Personen ergeben, bei denen die Behörden Zweifel am Alter hatten, erläuterte der Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts am UKE, Klaus Püschel, laut Hamburger Morgenpost.

Im vergangenen Jahr kamen 96 zweifelhafte Fälle aus Hamburg in die Uniklinik, dazu wurden am UKE auch junge Asylbewerber aus dem Umland und aus Berlin überprüft. „Das sind normale medizinische Untersuchungen, ohne daß dadurch bei uns irgendeine Aufregung entsteht“, sagte Püschel. Die standardisierten Untersuchungsverfahren seien nicht aufwendig und könnten bundesweit erfolgen, verdeutlichte er.

Bei Auskunftsverweigerung gilt die Person als volljährig

Wenn die Innenbehörde Bedenken hat, ob ein Einwanderer ohne Ausweispapiere tatsächlich minderjährig ist, ist sie laut Sozialgesetzbuch verpflichtet, ihn untersuchen zu lassen – allerdings nur mit Zustimmung des Betroffenen. Wenn dieser sich weigert, „dann gilt er für uns als volljährig“, erläuterte der Sprecher der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), Marcel Schweitzer.

Die Überprüfung beinhaltet in der Regel eine zahnärztliche Untersuchung, notfalls eine radiologische. Bei dieser wird zumeist der Kiefer geröntgt, gelegentlich auch die Fingerknochen. Die Ärzte nennen dann anhand der Ergebnisse eine Altersspanne, bei der die Behörde zugunsten des Asylbewerbers das jüngste Alter innerhalb dieser Spanne übernimmt.

Auf dem Höhepunkt der Asylkrise 2015 wurden in Hamburg 2.572 Minderjährige aufgenommen. Bei 767 bestanden Zweifel, sie wurden am UKE geröntgt. Von ihnen waren 41 Prozent volljährig. Als Erwachsene verlieren die Zuwanderer zahlreiche Privilegien. Minderjährige werden nicht abgeschoben, sie leben in Wohngruppen, Betreuer kümmern sich um sie, sie haben ein Recht auf Bildung, und sie w