Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin prüft die Bundesanwaltschaft eine Rekordbelohnung. Die Ermittlungen gegen die linksextreme „Vulkangruppe“ kommen kaum voran.
Nach dem folgenschweren Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Südwesten Berlins erwägt die Generalbundesanwaltschaft offenbar die Auslobung einer Belohnung in Höhe von einer Million Euro. Mit der Rekordsumme sollen Hinweise auf die mutmaßlichen Täter aus dem linksextremen Milieu erlangt werden.
Die Ermittlungen gegen die sogenannte „Vulkangruppe“ treten bislang auf der Stelle. Am 3. Januar hatten Unbekannte gegen 6 Uhr morgens eine Kabelbrücke über dem Teltowkanal nahe dem Heizkraftwerk Lichterfelde in Brand gesetzt.
Bei winterlichen Temperaturen waren rund 45.000 Haushalte ohne Strom, vielfach über mehrere Tage. Heizungen fielen aus, das Mobilfunknetz war gestört. Pflegeheime mußten evakuiert, Patienten aus Krankenhäusern verlegt werden. Es wurden Notunterkünfte eingerichtet. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um den schwersten großflächigen Stromausfall in Berlin seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Belohnung soll Ermittler auf neue Spuren bringen
Zu der Tat bekannte sich wenig später die linksextreme „Vulkangruppe“. Die Gruppierung existiert seit 2011 und wird für eine Vielzahl von Brandanschlägen verantwortlich gemacht. Ziel waren unter anderem Kabelschächte an Bahntrassen, Funkmasten, Datenleitungen sowie Firmenfahrzeuge. Bereits 2018 sollen Mitglieder der Gruppe acht Starkstromkabel mit jeweils 10.000 Volt zerstört haben, wodurch tausende Haushalte in Charlottenburg zeitweise ohne Strom waren. Im März 2024 bekannte sich die Gruppe zudem zu einem Anschlag auf die Stromversorgung des Tesla-Werks in Grünheide.
Konkrete Hinweise auf die Identität der Täter liegen bislang kaum vor. Aus Ermittlerkreisen heißt es, daß man sich von der möglichen Belohnung neue Spuren erhoffe. Die Bundesanwaltschaft wollte entsprechende Überlegungen auf Anfrage nicht offiziell bestätigen.
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