Anfang Juli berichteten große deutsche Medien von „Ärzteblatt“ bis „Welt“ über eine Studie, die die Wirksamkeit der Covid-Impfung endgültig bewiesen habe. Die Impfstoffe seien hocheffizient und absolut sicher und ihre Nebenwirkungen seltene, unbedeutende Anomalien. Das Problem: Der wissenschaftlicher Wert und die Beweiskraft der Studie sind gleich Null.
von Boris Kotchoubey
Der Ende Juni in „The Lancet” erschienene Artikel „Safety and efficacy of mRNA vaccines: a mechanistic and public health perspective” von Blackney et al. erklärt alle Covid-19-Impfstoffe als hocheffizient und absolut sicher und ihre Nebenwirkungen als seltene, unbedeutende Anomalien. Der Artikel wurde in zahlreichen Massenmedien (u.a. hier, hier und hier) als Abschluss der Diskussion über diese Impfstoffe und als endgültiger Beweis für eine ausgesprochen positive Nutzen/Schaden-Balance.
Dabei verweisen die meisten (z.B. n-tv) entgegen dem eigenen erklärten Anspruch nicht auf die Lancet-Publikation, sondern auf die Pressestelle der Universität British Columbia, obwohl es bekannt ist, dass Pressestellungen der Universitäten über die eigenen Fachpublikationen niemals kritisch berichten (kennt jemand Pressemitteilungen der Autohersteller, in denen die Nachteile der eigenen Autos kritisch unter die Lupe genommen werden?) Es entsteht daher der Eindruck, dass manche Wissenschaftsjournalisten den Originalartikel gar nicht gelesen haben. Aber lassen wir die Gepflogenheiten des Wissenschaftsjournalismus weg und wenden uns der Originalpublikation selbst zu.













