Gesundheit

Tetanus und die Pharmaindustrie: Wie gefährlich ist diese Krankheit wirklich?

Tetanus und die Pharmaindustrie: Wie gefährlich ist diese Krankheit wirklich?

Um diese Krankheit ranken sich viele Gerüchte. Sie soll tödlich sein und es gibt kein Heilmittel. Nur mit einer Impfung könne man der Gefahr begegnen. Außerdem kann man Tetanus schon bekommen, wenn man bei der Gartenarbeit Erde in eine Wunde bekommt. Und natürlich sind vor allem die Kinder in Gefahr, die auf öffentlichen Spielplätzen in Sandkästen spielen und sich an rostigen Nägeln verletzen. So etwas oder Ähnliches wird von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung geglaubt.

von Marc A. Sauer

Es wird also Zeit, sich die Sache mal genauer anzuschauen. Tetanus, auch »Wundstarrkrampf« genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Dessen Sporen nahezu überall vorkommen (auch in Gartenerde). Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden. Das Bakterium sondert Giftstoffe (vor allem Tetanospasmin) ab, welche die muskelsteuernden Nervenzellen befallen und die typischen Muskelkrämpfe auslösen. Der Erreger kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden und kann sich ausschließlich unter Luftabschluss entwickeln.

Tetanus und die Pharmaindustrie: Wie gefährlich ist diese Krankheit wirklich?
Buchtipp zum Thema: Die Impf-Illusion von Dr. Suzanne Humphries & Roman Bystrianyk

Wann besteht die Gefahr einer Infektion?

Tetanus-Bakterien sind licht- und sauerstoffempfindlich. Für eher oberflächliche Wunden, die Luft und Licht ausgesetzt sind, besteht somit keine Gefahr. Gartenarbeit mit verletzter Hand scheidet also als Tetanusgefahrenquelle aus. Das kann Ihnen übrigens jeder Arzt bestätigen.

Problematisch sind folglich nur tiefe Wunden, aber auch nur dann, wenn sie verunreinigt sind und nicht bluten. Blutet eine Wunde dagegen, sinkt auch bei tiefen Wunden die Tetanusgefahr gegen null. Wenn sich also ein Kind auf dem Spielplatz einen Nagel eintritt und diese Wunde fachgerecht gereinigt und verbunden wird, hat Tetanus hier keine Chance.

Es müssen also schon recht viele Faktoren zusammenkommen, damit tatsächlich Probleme aufkommen können. Tetanusgefährdete Wunden sind also entweder verschmutzt oder weisen zerstörtes Gewebe auf. Glücklicherweise gehört es heutzutage zum medizinischen Standard, eine Wunde zu reinigen, nekrotisches (abgestorbenes) Gewebe zu entfernen und dafür zu sorgen, dass Wundsekrete abfließen können. Das nimmt den Erregern praktisch jegliche Grundlage zur Vermehrung.

Wie hoch ist das Risiko?

Im 19. Jahrhundert wurde das Risiko, an Tetanus zu erkranken, von den Ärzten der Zeit als eher gering eingestuft, hauptsächlich betraf es neugeborene Kinder, und diese gruben sicher nicht in Erdlöchern und verletzten sich an der Hand. Hier waren ganz einfach mangelnde hygienische Umstände die Ursache.

Dass Kinder an Wundstarrkrampf sterben, kommt heute nahezu ausschließlich in Dritte-Welt-Länder