Gesundheit

Warum das Gärtnern so gesund ist und uns glücklich macht

Warum das Gärtnern so gesund ist und uns glücklich macht
Der Aufenthalt im Grünen und Naturgeräusche wirken entspannend und tun Seele und Körper gut

Dreck unter den Fingernägeln, Rückenschmerzen vom Unkraut jäten und schweißtreibendes Umgraben gehören zu den typischen Begleiterscheinungen der Gartenarbeit. Trotzdem löst das Gärtnern Glücksgefühle aus und hält uns gesund.

von Regina Bärthel

Mit dem Frühjahr kommt die Gartenarbeit: erstes Rasenmähen, vor allem aber Umgraben, Jäten, Auspflanzen. Knochenarbeit, ohne Zweifel, und bisweilen ein harter Angriff auf Rücken und Muskulatur. Wer später aber bei einem morgendlichen Rundgang durch den Garten taufrische Beeren direkt vom Strauch naschen kann, rasch noch eine (nicht zwingend essbare) Schnecke vom Salat zupft oder selbst gezogene Karotten und Radieschen samt frischer Kräuter für das Abendessen erntet – für den hat sich die schmerzhafte Mühsal gelohnt. Zudem ist der eigene Garten ein Refugium, in dem man (sieht man einmal von besonders restriktiven Vorgaben in manchen Kleingartenvereinen ab) nach Gutdünken walten kann. Und, nicht zu vergessen: Der Garten ist natürlich der ultimative Ort für sommerliche Grillfeste mit Familie und Freunden.

Das Gärtnern hat seit einigen Jahren wieder Hochkonjunktur; nicht zuletzt bot der Garten während der Zeit der Coronamaßnahmen einen relativ freien Rückzugsort. Selbstredend ist er seit jeher ein unverzichtbares Mittel zur Selbstversorgung – sei es nun aus Gründen der gesunden Ernährung oder des schmalen Geldbeutels. Oder auch, um einfach vorbereitet zu sein, auf die Dinge, die da kommen mögen.

Diese Voraussicht begründete wahrscheinlich bereits die Entstehung des Nutzgartens: Der Anbau von Feldfrüchten begann schon vor rund 10.000 Jahren, und zugleich legten die Menschen der Steinzeit den Grundstein für das Prinzip, sich als sesshaft gewordener Mensch gezielt selbst versorgen zu können. Seither ist der Garten in allen seinen Ausformungen vom zweckhaften Gemüsebeet bis hin zur idyllischen privaten Oase zu einer Konstante geworden, die sich durch alle großen Kulturen zieht. Jeweils geschützt durch Hecken oder Mauern wurde aus ihm bald ein Refugium, das zunehmend auch sozialen oder gesundheitlichen Funktionen diente.

Durch Gartenarbeit schrumpft die Amygdala

Dazu gehören nicht zuletzt die 1864 in Leipzig entstandenen „Schrebergärten“; Kleingartenanlagen, in denen Arbeiterfamilien ihren beengten Wohnverhältnissen entfliehen und zu ihrer Selbstversorgung beitragen konnten. Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) gibt es in Deutschland heute übrigens rund 950.000 dieser Kleingärten, die sich besonders bei jungen Familien wieder größter Beliebtheit erfreuen. Hinzu kommen natürlich unzählige Hausgärten.