Die NGO-Schiffe als Seelenverkäufer. Schiffe zwielichtiger Hilfsorganisationen bringen seit 2014 Migranten von den nordafrikanischen Küsten auf direktem Weg nach Europa. Das Seerecht und die Sicherheit ihrer Passagiere kümmert die vorgeblichen Menschenfreunde wenig.
Der erste Alarmruf kam von keinem anderen als dem Chef von Frontex, der Grenzschutzorganisation der EU. Fabrice Leggeri kritisierte die selbst ernannten Lebensretter, den Migranten «immer näher vor den libyschen Küsten» zu Hilfe zu kommen. Dies ermutige Schleuser und Geschleuste, «ungeeignete, nicht hochseetaugliche und mit immer geringeren Wasser- und Treibstoffreserven» ausgerüstete Boote zu benutzen.
Der Kapitän wurde auf Malta inhaftiert, weil er gar kein Kapitän war.
Tatsächlich kreuzt derzeit eine ganze Flotte von Geisterschiffen in den Gewässern zwischen Südeuropa und Nordafrika: die «Golfo Azzurro» der niederländischen Boat Refugee Foundation, «Dignity 1» und «Bourbon Argos» von den französischen Médecins Sans Frontières, «Phoenix», «Topaz 1» und «Topaz Responder» der maltesischen Migrant Offshore Aid Station sowie von deutscher Seite «MS» von Sea-Eye und zwei Schiffe, die am Bug der Name der NGO Sea Watch ziert. Die Organisation erklärt auf ihrer Internetseite, sich für ein «generelles Recht auf Freizügigkeit» einzusetzen und «keine willkürliche Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und Migranten» zu akzeptieren. Sea-Eye kündigte an, alle Pläne für die Rückführung von Migranten in Aufnahmezentren in Libyen und Tunesien zu bekämpfen.
Die Schwindelkapitäne
Politischer Eifer ersetzt bei diesen Leuten oft die notwendigen Fachkenntnisse. So wurde der Kapitän der «Lifeline» auf Malta inhaftiert, da das Schiff von der gleichnamigen NGO als Privatjacht registriert war, illegal die niederländische Flagge führte und Claus-Peter Reisch in Wirklichkeit gar kein Kapitän ist, sondern angeblich Verkäufer von Kloschüsseln und Waschbecken – er hat jedenfalls nur einen Sportbootführerschein. Auch Riccardo Gatti auf der Kommandobrücke der «Golfo Azurro» ist nur ein ehemaliger Skipper von Segeljachten, und die «Iuventa» der NGO Jugend Rettet setzt auf ihrer Webseite ebenfalls nur «idealerweise» ein nautisches Patent als Bedingung für das Kapitänsamt voraus. Solche von Amateuren geführten Pötte dürften normalerweise keine Meile weit fahren: Ein Handelsschiff darf nicht einmal einen Tellerwäscher anheuern, der nicht zuvor wochenlange Lehrgänge nach internationaler Zertifizierung absolviert hat – bei den NGOs aber scheinen die Hafenbehörden beide Augen zuzudrücken.
In der Praxis der Seefahrt en









