In Russland hat man verstanden, dass sich mit dem Altparteienkartell keine Politik mehr gestalten lässt. Laut Wladimir Putins Sonderbeauftragtem Kirill Dmitrijew können nur noch rechte, patriotisch gesinnte Kräfte Europa und Deutschland retten.
von Manfred Ulex
Die europäischen rechten Kräfte sind sich der Probleme der Region bewusst und scheinen daher die einzige echte Hoffnung zu sein. Dies erklärte Kirill Dmitrijew, Leiter des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF) und Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten für die investitions- und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit mit dem Ausland, auf dem sozialen Netzwerk X:
“Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen die rechten Kräfte Europas die einzige echte Hoffnung zu sein, zumindest erkennen sie, was alle sehen – Massenmigration, wirtschaftlichen Niedergang, vernichtende Bürokratie und einen größeren Zerfall der EU.”
So reagierte er auf einen Beitrag des italienischen Juristen Alberto Alemanno, der behauptet hatte, dass die Europäische Union wegen ihrer Erfolge im Kreuzfeuer der Kritik stehe. Dmitrijew bezeichnete diese Position als Unsinn.
Zuvor hatte das Magazin Foreign Affairs geschrieben, dass sich die EU in eine “selbstzerstörerische Falle” gebracht habe, indem sie US-Präsident Donald Trump in strittigen Fragen nachgegeben und keinen Widerstand geleistet habe, was letztlich zu einer Stärkung der Position der extremen Rechten in der Region geführt habe.
Unterdessen ist Politico der Ansicht, dass sich das europäische rechtsextreme Lager hinsichtlich der Unterstützung Trumps gespalten habe, da es sich nicht darauf einigen könne, ob dies “ein Segen oder ein Fluch” sei. So will die Alternative für Deutschland (AfD) die Situation nutzen und sich von Washington legitimieren lassen, während Marine Le Pens französische Rassemblement National diese Unterstützung als “Last” betrachtet.
Derzeit sind rechte und nationalkonservative Kräfte in etwa acht europäischen Ländern an der Macht oder direkt an der Regierungsführung beteiligt, schreibt die deutsche Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). So führen in Ungarn und Italien rechte Parteien die Regierungen und bestimmen die politische Agenda des Landes, der belgische Premierminister Bart De Wever ist Vertreter einer nationalkonservativen Partei, und in Tschechien bilden rechte Parteien das Kabinett. In Finnland, Schweden, der Slowakei und Kroatien sind rechte Kräfte Teil der Regierungskoalitionen oder sichern den Kabinetten parlamentarische Unterstützung.
🆘 Unserer Redaktion fehlen noch 109.000 Euro!
Um auch 2026 kostendeckend arbeiten zu können, fehlen uns aktuell noch 109.000 von 110.000 Euro. Wenn Ihnen gefällt, was wir tun, dann zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Mit Ihrer Spende von heute ermöglichen Sie unsere investigative Arbeit von morgen: Unabhängig, kritisch und ausschließlich dem Leser verpflichtet. Unterstützen Sie jetzt ehrlichen Journalismus mit einem Betrag Ihrer Wahl – einmalig oder regelmäßig:
