Elf Jahre lang hat er eifrig mitgeholfen, in der Ukraine einen Brand zu stiften, nun scheint eher sein Kontostand seine Richtung zu bestimmen – Bild-Reporter Julian Röpcke, dessen Syrien-Berichte ihm den Beinamen Jihadi Julian eingetragen haben, geht in die Rüstungsindustrie.
von Dagmar Henn
Man kann schon ins Fragen kommen, jetzt, da der Bild-Reporter Julian Röpcke sich in den militärisch-industriellen Komplex absetzt. Ausgerechnet zu einem, seiner Angabe nach, “deutsch-ukrainischen Drohnenbauer”. Wohin dann, das lässt sich aus den Ergebnissen der vergangenen Jahre mühelos ableiten, Millionen deutscher Steuergelder fließen werden, wenn nicht gleich Milliarden, die dann zu einem guten Teil über die üblichen Wege versickern. Auch wenn das mit dem Highlife in Dubai heute nicht mehr so richtig funktioniert – Jihadi Julian wird sich jedenfalls dorthin auf den Weg machen, wo ihm die gebratenen Tauben in den Mund fliegen.
Dabei hatte er gar nicht mit der Ukraine angefangen. Die tauchte bei ihm auf seinem damaligen Twitter-Account erst im Februar 2014 auf, kurz vor dem Putsch. Von Anfang an mit einer Positionierung. Und eigentlich genügt ein einziger Tweet von ihm, vom 2. Mai 2014, während oder nach dem Massaker von Odessa, um ihn zu charakterisieren:
Tonight we know: #Odessa will not fall to pro-Russians without foreign intervention / will stay a strong Ukrainian city!
— Julian Röpcke🇺🇦 (@JulianRoepcke) May 2, 2014
“Heute Nacht wissen wir: Odessa wird nicht an die pro-Russen fallen ohne ausländische Intervention / wird eine starke ukrainische Stadt bleiben!”
Übrigens: Ein anderer Tweet von ihm lässt erkennen, dass er die Videoaufnahmen von jenem Tag zumindest zu Teilen gesehen hat. Er wusste also, was tatsächlich geschehen war. Am 5. Mai 2014 verlinkte er das Video, wie hinter dem Gewerkschaftshaus Menschen, die vor dem Feuer flüchtend aus dem Fenster sprangen, erschlagen wurden. Aber seine Position stand fest – auch wenn er diese einzelnen Täter als “pro-ukrainische Terroristen” beschrieb, waren es die Opfer des Massakers, die er “pro-russische Mörder und Aufständische” nannte.
Erstaunlich für jemanden, der als Hobby geopolitische Kommentare schreibt, ist, dass er damals bei der Ukraine offenkundig keine Phase der Orientierung benötigte; es ist keine Suche erkennbar, sondern von Anfang an findet sich das saubere NATO-Narrativ, mit einem kleinen Bonus von Sympathien für den Rechten Sektor. Die Sympathien für etwas inhumane Gruppierungen hatte er sich vermutlich bereits bei seiner Berichterstattung über Syrien eingefangen. Oder aber es handelte sich nie um den behaupteten als Hobby betriebenen investigativen Journalismus.
Das fällt mir auf, weil ich 2014 selbs









