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ARD-Chefredakteur Rainald Becker: Wer seine Freiheitsrechte zurück will, ist ein Spinner!

ARD-Chefredakteur Rainald Becker: Wer seine Freiheitsrechte zurück will, ist ein Spinner!
ARD-Chefredakteur Rainald Becker

Wer nach der Coronakrise seine Freiheitsrechte und zur Normalität zurück will, den verhöhnt ARD-Chefredakteur Rainald Becker als »Wirrkopf« und »Spinner«, als Verschwörungstheoretiker. Die drohende düstere Prophezeiung: »Es wird keine Normalität geben wie vorher.« Die weltweite Pandemie müsse »zu etwas Neuem führen«.

von Dushan Wegner

Am 28. Dezember 1895 führten die Brüder Lumière in Paris zehn ihrer Filme vor. Es waren kurze Filmchen, kürzer als eine Minute, und sie zeigten aus heutiger Sicht denkbar banale Szenen, etwa Arbeiter, die Lumière-Fabrik verlassend oder die Ankunft eines Zuges im Bahnhof – es waren aber 1. bewegte, und 2. projizierte Bilder, eine Sensation also, und die Bürger von Paris zogen sich schick an und zahlten einen Franken, um an diesem Spektakel teilzuhaben.

Nur kurze Zeit später entdeckten auch die Lumière-Brüder einige der Regeln dazu, was das Publikum wirklich sehen will. Bald schon präsentierten sie ein Filmchen, das noch heute auf YouTube für Millionen Klicks sorgen könnte – zwei einander kabbelnde Kinder. (Frage: Ließe sich der neue YouTube-Klassiker »Charlie bit my finger – again«, der auf die eine Milliarde Views zugeht, als ein inspiriertes Remake bezeichnen?)

Auf die erfolgreiche Entwicklung und Einführung des öffentlich vorgeführten Films folgte weniger als ein Jahrzehnt später die Präsentation eines Sujets, das nicht nur weiterhin existiert – man hat den Eindruck, dass es in diversen Variationen die einzige Sparte ist, die als Film zuverlässig funktioniert (und mit »funktioniert« meinen wir: jeweils einen finanziellen Umsatz einspielt, der sich mit dem Bruttosozialprodukt kleinerer Staaten vergleichen ließe) – die Rede ist vom Science Fiction Film, zu dem ich großzügig diverse Superheldenfilme mit ihrem von allen logischen wie irdischen Grenzen befreitem Superpersonal hinzurechne. 1902 präsentierte Georges Méliès den Schwarzweiß-Stummfilm »Le Voyage Dans la Lun« (Die Reise zum Mond), je nach Abspielrate zwischen 9 und 18 Minuten lang und grob auf den Ideen des Autors Jules Verne basierend. (Méliès war eigentlich ein Zauberkünstler, der die Prinzipien der Bühnenzauberei auf die Möglichkeiten des Films übertrug und weiter entwickelte, während die Lumière-Brüder eher Leben und Alltag dokumentierten.)

Die Technologie hat sich seit 1902 gewiss verändert, wenn auch die Prinzipien ähnlich sind, sowohl im Film als auch in den Raumfahrt-Ideen: Menschen sitzen und schauen bewegte Bilder an. Raumschiffe werden mit kinetischer Energie in den Weltraum befördert, mit Ladung an Bord.

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