Während die Berliner Politclique unbeholfen versucht, unliebsame Wahlergebnisse oder missliebige Kandidaten bereits im Vorfeld wegzuklagen, zeigt Erdoğan in der Türkei, wie man Wahlen gewinnt, die man eigentlich schon verloren hat. Dort könnten deutsche Wahlbetrüger noch einiges lernen.
von Ahmet Refii Dene
In Deutschland regt man sich ja derzeit gerne darüber auf, wenn dieser oder jene AfD-Politiker von Wahlen ausgeschlossen werden soll. Man versucht es mit der stumpfen juristischen Brechstange im Vorfeld. Ich kann darüber nur müde lächeln. In der Türkei funktioniert das alles viel eleganter. Das „Modell Erdogan“ zeigt, wie moderne Demokratielenkung wirklich geht – vielleicht ein Geheimtipp für hiesige Parteizentralen?
Dort lässt man dich erst einmal genüsslich bei den Wahlen antreten. Die Wahrscheinlichkeit, dass du als Oppositioneller gegen Erdogans AKP verlierst, besteht ja immerhin. Also: Erstmal abwarten und türkischen Tee trinken.
Solltest du aber wider Erwarten doch gewählt werden, dann – tja, dann tust du mir aufrichtig leid. Denn im selben Moment kommt der Staatsanwaltschaft der dringende Verdacht, dass du bestochen worden bist. Oder dass du selbst bestochen hast. Was davon besser passt, überlegt man sich noch. Und den passenden anonymen Kronzeugen erfindet man einfach kurz vor der Anklageschrift. Nennen wir ihn der Einfachheit halber „Anonym Yilmaz“ – den finden wir schon. Oder wir lassen die Anklageschrift neuerdings gleich von einer KI schreiben.
Genau das ist jetzt Sinem













