Die Plagiatsaffäre von Annalena Baerbock ist kein Einzelfall. Blender mit gut dotierten politischen Posten gibt es nicht nur bei den Grünen. Politische Karriere mit falschem oder gar keinem Abschluss? In Deutschland offensichtlich kein Problem!
von Michael Paulwitz
Alles nur geklaut? Nach ihrem kreativ aufgehübschten Lebenslauf fällt jetzt auch noch Annalena Baerbocks mit viel Pomp und Vorschußlorbeeren vorgestelltes Buch wie ein mißglücktes Soufflé in sich zusammen. Eigentlich sollte das Werk der grünen Kanzlerkandidatin und ihrer Wahlkampagne ein wenig intellektuellen Glanz und Seriosität verleihen. Stattdessen vergeht seit einer Woche kein Tag ohne neue Meldungen über aufgedeckte Abschreibereien. Auch von dieser Zeitung wurde ein eklatantes Plagiat aufgedeckt.
Hier was vom Spiegel, da noch etwas Bundeszentrale und Neue Zürcher Zeitung, garniert mit Fundsachen von eigenen Parteifreunden und von Publikationen mit wissenschaftlichem Anspruch aus dem grünen Treibhaus: Inzwischen steht Baerbocks Buch als zusammengegoogeltes Konglomerat da, an dem praktisch nur die eingestreuten persönlichen und autobiographischen Stellen eigenständig sind – und die stammen höchstwahrscheinlich von einem angeheuerten Journalisten, der auch schon für Heiko Maas (SPD) einen Ladenhüter verfaßt hat, zu dem sich in diesem Fall aber weder der Verlag noch die vermeintliche Autorin bekennen wollen.
Verteidigungsstrategie: Angreifer diskreditieren
Von „aufgebauschten Kleinigkeiten“ wagt da auch die Grünen-Zentrale nicht mehr zu reden, nachdem selbst der weiße Ritter von der ZDF-Rechtsabteilung, der Baerbock anfangs noch vehement verteidigt hatte, die Plagiatsvorwürfe für berechtigt erklärt und auch das grüne Hausblatt taz der blamierten Kandidatin zum schadensbegrenzenden Rückzug rät. Ein weiterer Experte, der über die Attacken auf das Baerbock-Buch anfangs noch die Nase gerümpft hatte, sieht inzwischen ebenfalls gravierende Urheberrechtsverletzungen.
Die Verteidigungsstrategie, den österreichischen Medienwissenschaftler Stefan Weber, der die Plagiatsvorwürfe öffentlich gemacht hatte, als Auftragstäter einer „rechten“ Kampagne zu diskreditieren und ihm die fachliche Kompetenz abzusprechen, erwies sich als Rohrkrepierer – bei früheren Gelegenheiten hat die grüne Szene seine Dienste nämlich selbst gerne in Anspruch genommen.
Wie man es auch dreht und wendet, Annalena Baerbock steht









