Meinung

Soja-Sören und das gestörte Weihnachtsbaum-Attentat

Soja-Sören und das gestörte Weihnachtsbaum-Attentat
Leipzig: Die Sprühaktion dauerte keine zehn Sekunden

In Leipzig zerstören Letzte Generations-Mitglieder einen Weihnachtsbaum mit oranger Farbe. Wer so etwas macht, ist kein Aktivist, sondern psychisch krank. Wir sollten aufhören so zu tun, als wäre das irgendwie anders zu erklären. Eine satirische Annäherung.

von Pauline Schwarz

Es ist vorbei, er ist nicht mehr zu retten – nach einem brutalen Anschlag in der Leipziger Innenstadt, ist die Stadtgemeinde in tiefer Trauer. Drei „Einzeltäter“, die als Passanten getarnt waren, hatten sich am Mittwoch in einer Einkaufspassage auf ein völlig wehrloses Mitglied unserer Gesellschaft gestürzt, einen prächtigen Weihnachtsbaum. Die Feigheit und Ehrlosigkeit des fatalen Angriffs trübten noch am Samstag die eigentlich so besinnliche Vorweihnachtszeit – vor allem als die Schreckensnachricht kam: Der lange Kampf eines ganzen Rettungsteams war vergebens. 

Am Tattag hatte ein mutiger Ladenbesitzer noch versucht, die drei bewaffneten Täter, zwei Frauen und einen Mann, die grade einmal 26, 28 und 22 Jahre jung waren, aufzuhalten. Doch die Junior-Extremisten, die sich nach Einschätzung von Experten vermutlich im Internet, in der Universität oder an ausgewählten Schultagen radikalisiert haben, waren in einem regelrechten Blutrausch. Sie hatten den Anschlag unter Verwendung von Codenamen wie „Biene“ in Chat-Gruppen lange im Voraus geplant, ausgeklügelte Strategien entwickelt und diese vermutlich sogar in Trainingscamps geprobt. Nichts und niemand konnte die selbsternannten „Widerstandskämpfer“ stoppen. 

Vom Kindheits-Trauma zum Straftäter

Doch wie entwickelt sich ein Mensch zu so einem unbarmherzigen Attentäter? Nach Aussagen von Profilern scheint die jugendliche Mörderbande nicht rein zufällig die Vorweihnachtszeit für ihren Anschlag gewählt zu haben – und es scheint, dass dem Attentat traumatische Ereignisse in der Kindheit der Täter zugrunde liegen. 

Anders als Sie jetzt vielleicht denken, geht es dabei nicht um körperlichen oder sexuellen Missbrauch – keiner der Drei wurde von seinem Vater mit Zigarettenstummeln verbrannt oder von Mutter mit dem Schürhaken verprügelt. Denn in der Gen-Z, wo Helikoptermütter ihre Kinder aus Angst vor Bakterien nicht mehr auf den Spielplatz lassen, bei jedem Heuler sofort eine Auswahl von Beruhigungsmittel darbieten und ihren Kindern alles erlauben, außer einer richtigen Kindheit, da braucht es weit wen