Meinung

Warum Ukrainer der deutschen Gesellschaft nicht guttun

Warum Ukrainer der deutschen Gesellschaft nicht guttun
Eingang einer Aufnahmeeinrichtung für ukrainische Flüchtlinge in Berlin.

Das Beispiel von Oksana, die 2022 mit ihrem Sohn und dem Hund nach Deutschland kam, zeigt anschaulich, was ukrainische Migranten unserer Gesellschaft zumuten. Der Gedanke, dass es sich über eine Million ähnlich gepolter Landsleute von ihr auf unsere Kosten gut gehen lässt, macht fassungslos. Was tun mit diesen Minusmenschen?

von Wassilissa Sacharow

Vor Kurzem habe ich mich mit einer Kindheitsfreundin getroffen. Oksana (Name geändert) floh im Sommer 2022 mit ihrem damals etwa zwölfjährigen Sohn und ihrem Hund aus der Ukraine. Sie meldete sich über Facebook bei mir und erzählte, dass sie nun in Deutschland sei. Sie fragte, ob wir uns treffen wollten. Ich freute mich sehr, von ihr zu hören. Schließlich waren wir in Donezk zusammen aufgewachsen, und ich erinnerte mich an sie als fairen und integren Menschen. Seit Beginn des Konflikts in der Ostukraine 2014 war Oksana mit ihrem Mann nach Kiew gezogen und hatte dort bis 2022 als Designerin gearbeitet.

Als Oksana sich von ihrem Mann in der Ukraine trennte, floh sie mit ihrem Sohn und dem Hund nach Deutschland. In Deutschland angekommen, wechselten sie zunächst durch mehrere Asylheime. Diese Zeit war hart: Sie lebte in Großraumunterkünften mit vielen Fremden und teilte sogar die Dusche mit unbekannten Männern. Obwohl mich ihre abwertenden Bemerkungen über Donezk schon damals verletzten, überwog mein Mitgefühl mit ihrer schwierigen Lage. Ich begann, meine deutschen Freunde mit größeren Wohnungen zu fragen, ob jemand Oksana, ihren Sohn und den Hund vorübergehend für zwei oder drei Monate aufnehmen könnte – nur bis sie eine eigene Wohnung findet.

Dabei warnte sie mich: “Mein Hund zerfetzt gerne Katzen!” Ich unterdrückte meine Kritik und verkniff mir den Hinweis, dass Hunde meist nur das Verhalten zeigen, das ihre Besitzer belohnen. Entsprechend hatten meine Freunde – auch jene, die den “russischen Angriffskrieg” verurteilten – wenig Interesse daran, Oksana bei sich aufzunehmen, selbst wenn es nur vorübergehend gewesen wäre.

Nach etwa einem Jahr erhielt sie vom Staat eine große Zwei-Zimmer-Wohnung im Ruhrgebiet, natürlich verbunden mit Bürgergeld und einer Arbeitserlaubnis. Noch heute, fast vier Jahre nach ihrer Ankunft, spricht Oksana so gut wie kein Deutsch. Als mein Freund und ich sie besuchten, begrüßten wir sie mit “Guten Tag, wie geht es euch?” – doch sie verstand nicht einmal das. Deshalb könne sie nirgendwo arbeiten, klagte sie – nicht einmal als Putzfrau. Auf meinen dringenden Rat, endlich intensiv Deutsch zu lernen, reagierten sie und ihr neuer Freund – ein Immigrant aus Georgien – nur halbherzig und nahmen es nicht wirklich ernst.

“Was ist das für Fleisch?”, fragte ich auf Russisch, als sie uns eine Platte mit Würstchen servierte. “Deutsches Schwein”, lachte ihr Freund stolz – obwohl er wusste, dass mein Freund Deutscher ist. Bemerkenswert, dachte ich. Sonst bringt er kaum ein Wort Deutsch heraus, aber Beleidigungen gegen Deutsche kennt er schon. Dass er vom Geld dieser Menschen lebt – zu denen auch ich gehöre –, scheint ihn nicht zu stören. Beim Rauchen auf dem Balkon verkündete er meinem Freund, er würde sich niemals in ein anderes Auto setzen als in einen Mercedes.

Das Gespräch mit Oksana war anstrengend und erinnerte eher an das Geschrei eines Aktivisten auf einer Demonstration als an ein Gespräch unter alten Freunde