Meinung

Respekt, Tina Ruland!

Respekt, Tina Ruland!
Gegen Altparteien: Aufstand der Schauspielerinnen!

Vier Schauspielerinnen brechen mit dem Mainstream und reden endlich Klartext. Gebrochene Versprechen und Fehlverhalten von hochrangigen Politikern lassen nun selbst die traditionell eher linke Künstlerszene von den Altparteien abkehren.

von Michael Münch

Tina Ruland kennt man seit Jahrzehnten als unkomplizierte, bodenständige Schauspielerin. Mit ihrer Rolle als Uschi in „Manta, Manta“ an der Seite von Til Schweiger wurde sie 1991 zu einem der ersten gesamtdeutschen Publikumslieblinge nach der Wiedervereinigung – nicht nur in der “Proll-Szene“. Es folgten zahlreiche Film- und Fernsehrollen, mit denen sie sich etablierte. Obwohl Ruland damit eigentlich im klassischen Mainstream der Film-, TV- und Medienszene zuhause ist, hat sie sich eine eigene Meinung und den Luxus selbst zu denken bewahrt. Denn genau diese Frau findet jetzt in aller Öffentlichkeit wohltuend klare, ungeschminkte Worte zur politischen Lage in Deutschland. In einem Kurzinterview auf der “Emmy”-Party im Schlosshotel Berlin mit dem Kanal “TIK Online“ spricht Tina Ruland das aus, was viele denken, sich aber nur wenige – und noch weniger Prominente – so direkt sagen wagen.

Die 59-jährige Ruland beschreibt eine tiefe Entfremdung zwischen Politik und Bürgern; sie erlebt die aktuelle Zeit als beängstigend turbulent. Statt auf den Souverän – die Wähler als eigentliche Arbeitgeber der Politiker – zu hören, würden viele Amtsträger lügen, Versprechen brechen und dann einfach weitermachen. „Denen ist es völlig egal“, sagt sie. Eine bittere Normalität, an die wir uns offenbar schon gewöhnt haben. Besonders stark ist ihr Hinweis auf die Corona-Zeit: Während in Spanien ein ehemaliger Minister und enge Vertraute des Ministerpräsidenten im Juni 2026 wegen Korruption bei Maskengeschäften zu langen Haftstrafen verurteilt wurden – der Minister zu 24 Jahren, sein Berater zu rund 19 Jahren –, erlebten wir hierzulande etwas ganz anderes. Unser ehemaliger Gesundheitsminister Jens Spahn etwa wurde nach der Maskenaffäre und anderen Kritikpunkten nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern stieg sogar zum Unionsfraktionschef im Bundestag auf – und fordert dort neuerdings sogar den Entzug des Wahlrechts für politische Gegner. Ein ungeheuerlicher Vorgang.

Unschätzbare wichtige Stimmen

Solche Unterschiede in der Aufarbeitung politischer Skandale werfen ein grelles Licht darauf, wie unterschiedlich mit Verantwortung umgegangen wird. Ruland kritisiert zu Recht Mechanismen wie Enquete-Kommissionen, die von Politiker als cleveres Instrument gesehen werden, um echte Aufklärung zu vermeiden und Straffreiheit zu sichern. Politiker, die sich bereichern oder schwere Fehler, vielleicht sogar Straftaten machen, sollten wie jeder normale Bürger oder Arbeitnehmer zur Verantwortung gezogen werden. Stattdessen scheint ein Ehrenkodex verloren gegangen zu sein. Es geht oft nur noch um den eigenen Vorteil und die Absicherung bis ans Lebensende. Tina Ruland hat mit ihrer offenen Haltung großen Respekt verdient. In einer Branche, in der man schnell in Ungnade fällt, wenn man nicht der herrschenden Meinung folgt, traut sie sich, eindeutig und intelligent Stellung zu beziehen. Eigentlich wären solche Meinungsäußerungen das Normalste der Welt – wenn es in Deutschland wirklich noch die Redefreiheit gäbe, auf wir noch vor 15-20 Jahren noch stolz waren. Doch dem ist nicht so; heute ist es ein Akt der Courage, solche kritischen Meinungen zu äußern. Und gerade deshalb sind solche Stimmen unschätzbar wichtig, zumal sie in den großen Medien oft unterrepräsentiert sind. Wer sie hört, der spürt Zuversicht: Es gibt noch Menschen aus dem öffentlichen Leben, die den Mut haben, für das zu stehen, was viele Bürger fühlen!

Danke, Tina Ruland, für diese Klarheit! Und danke auch an Carolin Beil und Simone Thomalla, die auf demselben Event ebenfalls kein Blatt vor den Mund nahmen. Solche Frauen braucht das Land – authentisch, mutig und mit dem Herzen bei den Leuten. Es lohnt sich, genau hinzuhören.

ANTV auf YouTube

🆘 Unserer Redaktion fehlen noch 79.800 Euro!

Um auch 2026 kostendeckend arbeiten zu können, fehlen uns aktuell noch 79.800 von 110.000 Euro. Wenn Ihnen gefällt, was wir tun, dann zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Mit Ihrer Spende von heute ermöglichen Sie unsere investigative Arbeit von morgen: Unabhängig, kritisch und ausschließlich dem Leser verpflichtet. Unterstützen Sie jetzt ehrlichen Journalismus mit einem Betrag Ihrer Wahl – einmalig oder regelmäßig:

🤍 Jetzt Spenden

ANTV auf TikTok – Jetzt folgen!