Deutschland

Merz mit First Lady in Wimbledon

Merz mit First Lady in Wimbledon
Schmerzfrei: Merz mit Gattin in Wimbledon

Während in Deutschland die Hütte brennt jettet Kanzler-Darsteller mitsamt Ehefrau und Entourage auf Kosten der Steuerzahler nach London, um sich in Wimbledon ein Tennisspiel anzusehen.

von Michael Münch

Die “Hingucker”-Inflation hat jetzt begonnen: Friedrich “Hannibal“ Merz verirrte sich nebst “First Lady” auf die Ehrentribüne in Wimbledon, um bei den Schönen und Reichen sein Stelldichein zu geben – während daheim in Deutschland die Lichter ausgehen. Merz hat es nun endlich geschafft: Nach Jahrzehnten zwischen Sauerland, Aufsichtsräten und politischer Warteschleife sitzt er endlich dort, wo er offenbar immer hinwollte: Nicht bloß im Kanzleramt, sondern mitten im internationalen Schaufenster (nein, damit ist nicht die am Wochenende im Netz viral gegangene iranische “Todesliste“ mit den als Häftlingsfotos dargestellten Konterfeis westlicher Politiker, auf auf der der deutsche Märchenkanzler ebenfalls zu finden ist).

Merz thronte in der Royal Box in Wimbledon wie ein argentinischer Großgrundbesitzer mit weißem Hut, dunkler Brille und die Hände bedeutungsschwer vor dem Gesicht gefaltet – und neben ihm der absolute Eyecatcher Charlotte von Merz, die an diesem Nachmittag ein wenig wie Deutschlands äußerst sparsame Antwort auf eine Camilla wirkte. Manchem wurde wohl erst nach längerem Hinsehen klar: Das ist ja gar nicht Hannibal Lecter auf Freigang, sondern der deutsche Bundeskanzler beim Tennisfinale!

Mondäne Eleganz unter weißen Hüten

Merz scheint die große Bühne zu genießen: Hier ein Gipfel, dort ein Fototermin – dann ein Platz nahe der britischen Königsfamilie und anschließend noch ein Besuch bei Alexander Zverev in der Kabine. Merz und seine Frau verfolgten das verlorene Finale tatsächlich aus der königlichen Loge, wenige Plätze von Prinz William und dessen Familie entfernt. Man kann einem Bundeskanzler selbstverständlich einen Sonntagnachmittag beim Tennis gönnen. Das Problem ist bloß der gigantische Kontrast zur Kulisse zu Hause.

Während nämlich Merz gerade in London unter weißen Hüten mondäne Eleganz probt, erleben viele Deutsche ihr Land im freien Fall: Unternehmen kämpfe