Die Mitglieder der Hammerbande brachen Knochen und machten jahrelang Jagd auf politisch Andersdenkende. In Mecklenburg-Vorpommern pflegt ausgerechnet SPD-Innenminister Christian Pegel beste Verbindungen zu Unterstützern der linken Terrorgruppe. Und nicht nur er. Eine Recherche.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) frohlockt vor Begeisterung, als er vor kurzem den Preis „Sport statt Gewalt“ vergibt. Seit 2020 ehrt der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit dem Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern Sportvereine aus dem Bundesland, „die sich über ihre eigentliche sportliche Tätigkeit hinaus in besonderer und nachahmenswerter Weise auch um die Vorbeugung und Verhinderung von Gewalt und Kriminalität verdient machen“, wie es von den Initiatoren heißt.
Sozialdemokrat Pegel betont in seiner Laudatio: „Sportvereine stehen in unserem Land ganz oben als gesellschaftlicher Integrationsfaktor, gerade auch für unsere Jugend. Sporttreiben in der Gemeinschaft und im Verein vermittelt Orientierung, Bindung, Toleranz, fairen Umgang und Akzeptanz von Regeln. Sportangebote haben darüber hinaus auch eine gewaltpräventive Wirkung, denn sie vermindern Gelegenheitsstrukturen für Jugendgewalt und sie stärken die Persönlichkeit.“
Doch dieses Jahr ist einer der fünf Preisträger der mit 1.000 Euro dotierten Ehrung der Amateurfußballverein „Internationaler FC Rostock“. Der 2015 gegründete Club, der sein letztes Spiel im Mai gegen die BSG Scanhaus Marlow/SG Wöpkendorf 0:5 verlor, ist politisch sehr aktiv. So sammelte der Verein 2023 Geld für die selbsternannten Seenotretter „Sea Punks“. Und: Er solidarisiert sich offen mit der Hammerbande. In einem Instagram-Beitrag vom Mai 2023 teilt der Club ein Foto von etwa zwei Dutzend Personen hinter einem großen Transparent mit der Aufschrift „Antifaschismus ist kein Verbrechen“. Im Text zu dem Beitrag wird die juristische Verfolgung „unserer Genossin Lina“ scharf kritisiert.

„Das gesamte Antifa-Ost-Verfahren mit Lina als Symbolfigur ist exemplarisch für die Perversion staatlicher Repression gepaart mit justiziellen Schikanen“, heißt es dort zu der verurteilten Terroristin. Zu den Gründen, warum die „Genossin Lina“ ins Visier der Staatsmacht geraten ist, verliert der Fußballclub kein Wort. Stattdessen stellt er klar: „Lina, wir sind in Gedanken bei dir! Auch gilt unsere Solidarität den drei Mitverurteilten sowie allen politischen Verfolgten! Antifaschismus ist kein Verbrechen – Freiheit für alle politisch Verfolgten!“
Bereits im Herbst vergangenen Jahres erhielt der Verein den mit 500 Euro dotierten Ehrenpreis des Johannes-Stelling-Preises, den die SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern jedes Jahr verleiht.
Oberbürgermeisterin verstrickt sich in Widersprüche
Auch außerhalb von Preisverleihungen scheint der „Internationale FC Rostock“ bestens vernetzt mit der Landespolitik zu sein. So zeigt ein Beitrag des Vereins – ebenfalls auf Instagram – vom April dieses Jahres ein Gruppenfoto mit einem Mann, der verdächtig nach Innenminister Pegel aussieht – und es auch ist. Auf demselben Foto ist auch eine Frau zu sehen, die Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linkspartei) wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt. Auch der Landtagsabgeordnete Michael Noetzel (ebenfalls Linkspartei), der über beste Kontakte in die Antifa-Szene verfügt, hat entweder einen Doppelgänger – oder auch er ist auf dem Foto zu sehen.

Was auffällt: Das Instagram-Konto des Fußballvereins folgt den offiziellen Kanälen von Kröger und Noetzel, man pflegt also zumindest digitalen Kontakt, auch außerhalb von Preisverleihungen.
Die Redaktion wollte es genauer wissen und fragte bei Rostocks Oberbürgermeisterin sowie Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Pegel nach. „Sind Sie das auf dem Foto? Falls ja: Ist Ihnen bewusst, dass der Verein ‘Internationaler FC‘ sich zuvor öffentlich mit der Hammerbande solidarisiert hat? Falls nein: Prüfen Sie, mit wem Sie sich öffentlich fotografieren?“ Eine Sprecherin der Oberbürgermeisterin zeigt sich kurz angebunden. Zum einen seien die Gesichter auf besagtem Foto „nicht zu erkennen“. Zum anderen könne Kröger „sich an eine Teilnahme an einer solchen Aktion nicht erinnern und ist darüber hinaus auch der Auffassung, dass sie nicht dabei war“.
Pegel will sich nicht distanzieren
Ein besseres Gedächtnis hat das Büro von Innenminister Pegel. Dieses antwortet auf Nachfrage, er sei dort „gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin sowie dem für Sport zuständigen Senator der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und einem Rostocker Landtagsabgeordneten der Fraktion Die Linke (gemeint ist Michael Noetzel, Anm. d. Red.)“ zu sehen.
Zugleich verteidigt der Sprecher die Aktion Pegels. Der Verein „Internationaler FC Rostock“ leiste „sehr integrative Arbeit mit Menschen unterschiedlichster Herkünfte, Lebensweisen und Einstellungen“. Und: „Keiner der an diesem Lichtbild Beteiligten musste zuvor ein Führungszeugnis vorlegen – Gleiches gilt für eine Vielzahl weiterer Fotos, die wöchentlich im Kontext verschiedener Termine mit dem Minister entstehen.“
AfD-Abgeordneter reagiert empört
Auch die Landtagsfraktion der SPD Mecklenburg-Vorpommern, die dem Antifa-Verein unlängst den mit 500 Euro dotierten Johannes-Stelling-Ehrenpreis verliehen hatte, beantwortete dieser Zeitung nicht die Frage, ob die offen zur Schau gestellte Solidarität des Vereins mit verurteilten Linksterroristen ein Problem für sie darstelle.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Jan-Phillip Tadsen, der auch Mitglied im Innenausschuss des Landtags ist, zeigt sich empört über diese Verstrickungen. „Jede Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung ist ein Frontalangriff auf die demokratische Willensbildung“, sagte er. „Wer ausgerechnet als Innenminister keine Hemmung hat, sich so abfotografieren zu lassen und einen Schal des IFC Rostock zu halten, der legitimiert ein linkes Milieu der Gewalt gegen Andersdenkende“, kritisierte der AfD-Politiker. Mecklenburg-Vorpommern habe „einen Antifa-Minister“ in den eigenen Reihen.

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