Hintergründe

1984 ist ein Witz gegen diese Total-Überwachung: Chip-Implantate sollen unser Leben bestimmen

1984 ist ein Witz gegen diese Total-Überwachung: Chip-Implantate sollen unser Leben bestimmen
Mikrochips werden beispielsweise in die Hand implantiert.

Langsam, aber stetig: Chip-Implantate sind immer mehr im Kommen. Noch ist ihr Funktionsumfang beschränkt. Sie können Schlösser öffnen, Bahnkarten und Gesundheitsdaten speichern oder Einkäufe bezahlen. Aber die Chips werden immer raffinierter, die Entwicklung schreitet rasant vorwärts. Wer jetzt nicht aufpasst, darf sich später nicht wundern, wenn er mit der perfekten Überwachungstechnik konfrontiert ist.

von Werner Meidinger

Könnten Sie sich vorstellen, ohne ein Ticket zu lösen in den Zug zu steigen und stattdessen nach dem Einstieg lediglich kurz die Hand zu heben? Oder: Sie verlassen am Morgen Ihr Haus ohne Schlüssel, und wenn Sie abends zurückkehren, öffnet sich die Haustür nach einem kurzen Wink mit der Hand? Oder: Sie kaufen im Supermarkt ein und gehen ohne zu bezahlen durch die Kasse, trotzdem wird die Rechnung für die Waren im Einkaufswagen automatisch von Ihrem Konto abgebucht?

Das alles ist keine Zukunftsmusik. Möglich macht es ein kleiner Chip, der Ihnen zwischen Daumen und Zeigefinger unter die Haut implantiert wurde. Ein Chip, der Ihnen im täglichen Leben eine wertvolle Hilfe sein kann. Ein Chip, der aber auch schon heute in beschränktem Maße dazu beiträgt, Sie gläsern werden zu lassen – und in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft Ihr privates Leben sogar schonungslos offenlegen kann.

In rund 20 Ländern der Welt gibt es bereits gechippte Menschen, allen voran Schweden und die USA, aber auch Deutschland hat sich dieser Möglichkeit nicht verschlossen. Etliche Firmen weltweit liefern sich ein Wettrennen bei der Entwicklung solcher implantierbarer Chips. Das Ganze läuft unter dem Oberbegriff »Bio-Hacking«. Künftige Verwendungsmöglichkeiten sollen sein, der Einsatz:

  • als Visitenkarte und Speicher von Kontaktdaten;
  • als Zugangskarte beispielsweise im Fitness-Club oder im Büro;
  • als Türöffner mit einem passenden NFC-Schloss;
  • zum bargeldlosen Bezahlen mit Apple Pay, Google Pay etc.