Hintergründe

Der Feind in meinem Kopf – Chip im Schädel

Der Feind in meinem Kopf – Chip im Schädel
Die Stimulierung bestimmter Gehirnzentren durch einen Chip kann kognitive Fähigkeiten und Empfindungen verändern sowie Schmerzen zufügen. Außerdem können Erinnerungsdaten eingefügt, gelöscht oder ausgelesen werden.

Die letzte Bastion der Freiheit liegt zwischen unseren Ohren – doch selbst die soll fallen. Tech-Konzerne und Militärforscher arbeiten daran, Gehirn und Computer miteinander zu verschmelzen: Gedanken lesen, Empfindungen beeinflussen, den Menschen technisch „aufrüsten“. Was gestern noch nach düsterer Science-Fiction klang, wird heute im Labor erprobt.

von Sven Reuth

Eine US-Eliteeinheit pirscht sich Schritt für Schritt durch den kolumbianischen Dschungel. In dieser grünen Hölle sind – anders als in den Wüsten des Irak oder Afghanistans – wirkungsvolle Drohneneinsätze nicht durchführbar. Oft haben die Soldaten größte Mühe, einem überwachsenen Pfad zu folgen, der sich kurvenreich durch den Urwald schlängelt.

Die Soldaten können durch Stimulation ihres Gehirns hochgepusht werden.

Sie sollen die Produktionsstätte für eine neue Superdroge aufspüren. Mit dem Rauschgift haben die Kartelle den amerikanischen Markt überschwemmt und Millionen von Menschen in schwerste Abhängigkeit getrieben. Doch auch in der tiefsten Wildnis sind die Soldaten nie alleine. Von einem Überwachungszentrum in den USA aus kann der Kommandeur sowohl die Hirnströme als auch alle anderen wichtigen körperlichen Funktionen seiner Kämpfer, die Hightech-Spezialhelme tragen, messen.