Hintergründe

Roboter bluten nicht: Die KI-Krieger greifen an

Roboter bluten nicht: Die KI-Krieger greifen an
Bewaffnete Bundeswehr-Grenadiere stehen auf dem Truppenübungsplatz in Munster vor einem GTK Boxer. Vor ihnen ist der Roboterhund Wolfgang 001.

Der Krieg der Zukunft wird nicht allein von Drohnen geprägt – immer häufiger übernehmen KI-gesteuerte Kampfmaschinen eine tödliche Rolle auf dem Schlachtfeld. Davon profitiert derzeit vor allem eine der aggressivsten Kriegsparteien.

von Kai-Uwe Reiter

Im April dieses Jahres, an einem Frontabschnitt, dessen genaue Lage das ukrainische Militär geheim hielt, wurde Kriegsgeschichte geschrieben. Etwas ereignete sich, das es noch niemals zuvor gegeben hat: Zwei Soldaten – in diesem Fall russische – ergaben sich gegnerischen Kampfmaschinen, einem Trupp ferngesteuerter Bodenroboter und Drohnen. Der Pilot, der die Maschinen steuerte, saß viele Kilometer hinter der Front in Sicherheit.

«Die Stellung wurde eingenommen, ohne dass ein einziger Schuss abgegeben wurde», berichtete Mykola «Makar» Sinkewitsch, Kommandeur der Einheit der Dritten Separaten Angriffsbrigade, die die Mission durchführte. Unabhängig bestätigen lässt sich der Vorgang bislang nicht. Ganz auszuschließen ist nicht, dass es sich einmal mehr um eine ausgemachte Räuberpistole der Ukrainer handelt. Dennoch ist offensichtlich: Der Krieg des 21. Jahrhunderts wird früher oder später keine Menschen mehr brauchen. Er ist auf dem besten Weg, sich zu verselbständigen, dank KI und einer immer weitergehenden Automatisierung.

Bis zu 85 Prozent aller Angriffe auf russische Ziele werden mit Drohnen durchgeführt.

Die Zeiten haben sich drastisch geändert. Als der Krieg begann, im Februar 2022, war die Ukraine in jeder Hinsicht auf Waffenlieferungen aus dem Ausland angewiesen. Heute verfügt das Land – dank Subventionierung vor allem durch die USA (bis 2025, über 200 Milliarden Dollar) und der BRD (über 60 Milliarden Euro) – über ein leistungsfähiges Netz von mehr als 1.000