Um ausländische Wissenschaftler für sich zu gewinnen, betreibt die CIA einen immensen Aufwand. Der Guardian lieferte mit einem Artikel nun einen Einblick in die dubiose und hochkriminelle Rekrutierungspraxis des US-Geheimdienstes. Im Fokus: Anwerbungsversuche iranischer Nuklearwissenschaftler.
Internationale wissenschaftliche Konferenzen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie bieten sich an, um mit ausländischen Akademikern auf unverdächtige Weise in Kontakt treten zu können. Die britische Zeitung schreibt:
„Die Wichtigkeit einer Konferenz zeigt sich vielleicht nicht an der Anzahl der teilnehmenden Nobelpreisgewinner, sondern an der Anzahl der anwesenden Spione. Geheimdienstoffiziere aus den USA und aus dem Ausland bevölkern diese Konferenzen aus demselben Grund, aus dem sich Armee-Anwerber auf einkommensschwache Nachbarschaften konzentrieren: Sie geben die besten Jagdgründe ab. Während es auf einem Uni-Campus vielleicht nur ein oder zwei Professoren gibt, die für Geheimdienste von Interesse sind, können es bei der richtigen Konferenz – zur Drohnentechnologie oder dem “Islamischen Staat” – Dutzende sein.“
Der US-Geheimdienst belässt es laut dem Guardian nicht dabei, solche Konferenzen zu infiltrieren, um mit dem Objekt der Begierde auf Tuchfühlung gehen zu können. Er richtete – unter dem Deckmantel von Tarnorganisationen – solche Zusammenkünfte nicht selten gleich selbst aus, um beispielsweise iranische Atomwissenschaftler in ein von ihm kontrolliertes Umfeld zu locken.
„Die Konferenzteilnehmer ahnten nicht, dass sie in einem Drama auftraten, das die Realität simulierte, aber von weiter Entfernung aus inszeniert wurde. Ob die nationale Sicherheit diese Manipulation der Professorenschaft rechtfertigt, kann diskutiert werden, aber es gibt wenig Zweifel, dass sich die meisten Akademiker dagegen gesträubt hätten, an den betrügerischen CIA-Machenschaften mitzuwirken.“
Anwerbung zwischen Tür und Angel
Die CIA gab Millionenbeträge aus, um solche Veranstaltungen in unverdächtig wirkenden Wissenschaftszentren im Ausland zu organisieren. Der Geheimdienst suchte die Redner aus und lud die Gäste ein. Seine Agenten platzierte er sogar im Küchenpersonal und der sonstigen für die Durchführung der Konferenz angeheuerten Belegschaft. Der ganze Aufwand wurde in der Hoffnung betrieben, die Zielperson für einen kurzen Moment alleine antreffen zu können.
Kommt es zum Erstkontakt, wird die Zielperson ohne Umschweife angegangen. Der Guardian berichtet über ein entsprechendes Tête-à-Tête eines CIA-Agenten mit einem iranischen Nuklearwissenschaftler. Der Agent klopft spätabends an der Hotelzimmertür des Iraners. In das Zimmer hatte die CIA zuvor Überwachungstechnologie installiert. Als der Wissenschaftler seine Tür öffnet, wird er ohne Vorrede mit dem Anliegen des US-Dienstes konfrontiert:
„Ich bin von der CIA und










