Vor 15 Jahren erschütterte Wladimir Putin auf der Münchner Sicherheitskonferenz den Westen mit einem scharfen Angriff auf dessen Bemühungen, die Welt dem westlichen Willen zu unterwerfen. Der Westen entschied sich, nicht zuzuhören. Er muss sich nun fragen lassen, ob das klug war.
Ob es einem gefällt oder nicht, der russische Präsident geht in seinem Kreuzzug gegen die amerikanische Hegemonie in die nächste Runde. Der Optimismus, der vor rund 30 Jahren nach dem Fall der Berliner Mauer und der Auflösung der Sowjetunion vorherrschte, ist in Europa von sehr realen Kriegsängsten abgelöst worden. Irgendetwas ist entlang des Weges schiefgelaufen. Aber was genau?
Etwa auf halbem Weg zwischen dem Ende des Kalten Krieges und heute hielt Russlands Präsident Wladimir Putin eine Rede, die eine Erklärung liefern könnte und auf die Historiker durchaus als einen Wendepunkt im 21. Jahrhundert zurückblicken dürften. Vor der Münchner Sicherheitskonferenz am 10. Februar 2007, das war vergangene Woche vor 15 Jahren, wurde Putins Rede von vielen als Kriegserklärung an den Westen interpretiert. Dies war eine Fehlinterpretation. Putin hat dem Westen mit nichts gedroht. Stattdessen sprach er einfach eine Warnung aus. Nämlich die, dass, wenn der Westen den eingeschlagenen Weg weitergehe, er die Saat seiner eigenen Zerstörung säen würde. Die Zeit hat ihm vielleicht recht gegeben.
In seiner Rede äußerte Putin eine Reihe konkreter Kritikpunkte. Erstens wandte er sich gegen die Idee einer unipolaren Weltordnung, in der ein Land, in diesem Fall die USA, alle anderen dominiert. Dieses Modell sei “in der heutigen Welt nicht nur inakzeptabel, sondern auch unmöglich”. Einerseits verlagere sich die Macht, andererseits liefert das unipolare Modell “keine moralischen Grundlagen für die moderne Zivilisation”.
Zweitens beklagte Putin “eine fast unkontrollierte übermäßige Anwendung von Gewalt – militärischer Gewalt – in den internationalen Beziehungen”. Obwohl er keine konkreten Beispiele erwähnte, war es offensichtlich, dass die angloamerikanische Invasion des Irak ganz oben auf seiner Liste stand.
Und drittens sprach der russische Präsident von “einer immer größeren Verachtung der Grundprinzipien des Völkerrechts. Ein Staat, und allen voran natürlich die Vereinigten Staaten, hat seine Landesgrenzen in jeder Hinsicht überschritten.” Das Ergebnis war, dass “









