Wenn Berliner Politiker sich selbst entlarven, beginnt die publizistische Schadensbegrenzung: Der Stern findet die Aufregung um Philipp Amthor „irre“, die FAZ entdeckt den „Prügelknaben“, n-tv gleich einen „Mob“. Die Verteidigungsschwimmer in der politischen Begleitpresse helfen der verkommenen Kaste um Amthor damit aber keineswegs weiter – im Gegenteil.
von Sofia Taxidis
Es gibt in Deutschland eine besonders ungustiöse Form publizistischer Milde. Sie tritt bevorzugt dann auf, wenn ein Politiker aus dem Berliner Betrieb mit einem Bild, einem Satz oder einer Szene unfreiwillig etwas über seine politische Lebenswelt verrät, das beim Publikum erheblich schlechter ankommt als in den Redaktionen der sogenannten Begleitmedien. Dann beginnt jedes Mal wieder die Suche nach Missverständnissen, Übertreibungen und angeblich maßloser Empörung. Aus berechtigter Kritik wird Häme, Hass und Hetze, aus Spott ein Shitstorm, aus Bürgern ein Mob. Wie bequem, wie einfach, wie Begleitpresse.
Die Verteidigung des Amthors
Philipp Amthor darf derzeit erleben, wie fürsorglich dieser Mechanismus funktionieren kann. Die verglühende Zeitschrift „Stern“ findet die Aufregung um seinen Strandkorb „irre“. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung entdeckt Menschen auf der Suche nach neuen „Prügelknaben“ und einen „ekelhaft“ riechenden Shitstorm. Bei n-tv werden aus den Kritikern schließlich Teile eines „Mobs“, vor dem Amthor bedauerlicherweise eingeknickt sei. Innerhalb weniger Tage entsteht damit eine kleine publizistische Schutzphalanx um einen Staatsminister, der vor laufender Kamera Szene und Szene produziert hat, für die jeder Satiriker dankbar wäre. Und man muss dazu sagen: die „Inside CDU“ (ZDF) Macher haben Amthor dafür ja auch keine Knarre an den Kopf gehalten. Nee, nee. Das hat Amthor schon sehr gerne alles selbst so vorgezeigt, mit der größten Großmannmäßigen Selbstverständlichkeit.
Interessant ist auch, wie die Begleitpresse (diese spöttische Bezeichnung leitet sich von einer Aussage Robin Alexanders ab, wohl unfreiwillig) nun versucht die desaströsen Bilder und Aufnahmen aus dem Inneren ihres kalten, toten Herzens, die das ZDF in ihrer geradezu explodierten Doku „Inside CDU“ gesendet hat, als ein Problem der Bürger im Land zu drehen. Man sagt dazu perfide und umgangssprachlich abgefuckt. Oder Begleitpresse, das geht auch.
Aber es wird nicht besser durch Applaus
Man kann Amthor zu dieser Rettungs










