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Deutsche wünschen sich mehr Willkommenskultur: Medien verbreiten manipulierte Studie über Migration

Deutsche wünschen sich mehr Willkommenskultur: Medien verbreiten manipulierte Studie über Migration

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet eine weitere Zuwanderung von Migranten und wünscht sich eine neue Willkommenskultur, so der übereinstimmende Tenor einer Studie, die der Mainstream aktuell in zahlreichen Meldungen bejubelt. Jetzt stellt sich heraus, dass die wissenschaftliche Umfrage, auf die hiesige Medien allesamt Bezug nehmen, vorsätzlich und erkennbar manipuliert wurde.

von Michael Klein

Laut Süddeutscher Zeitung sind es die „meisten Deutschen“, die eine Willkommenskultur wollen – eine glatte Lüge, wie wir gleich zeigen. Im mit Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Deutschlandfunk kehrt die „Willkommenskultur“ zurück. Im MiGazin ist von „wieder mehr Zustimmung für die Willkommenskultur“ die Rede. Die Pressewelt ist sich wieder einmal einig und treibt wieder einmal eine Reifikation am Begriffshimmel durch die Deutschen Lande, denn was diese „Willkommenskultur“ sein soll, das weiß mit ziemlicher Sicherheit keiner der Journalisten, die aktuell darüber berichten. Es ist ein positiv besetzter Begriff, und nur darauf kommt es an.

Auch die zugehörige Pressemeldung der Mercator-Stiftung zu „Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit“, der Studie, die Mercator an der Universität Bielefeld im Abstand von zwei Jahren finanziell unterstützt, also finanziert, ist seltsam vage. Die Umfrage, auf der die Ergebnisse basieren, ist natürlich repräsentativ. Die Behauptung genügt, um das Informationsbedürfnis der meisten deutschen Journalisten zu stillen. Sie hat irgendwie die „Befürwortung von Integration und Teilhabe von Migranten“ erhoben. Die Zivilgesellschaft, so heißt es weiter, könne sich „auf eine gegenüber Vielfalt positiv oder neutral eingestellte Mehrheit in der Bevölkerung stützen“ Und „80 Prozent der Befragten lehnen eine homogene Beziehungsstruktur ab“. Derartige Sprachfetzen, sinnlos hingeworfene Begriffe, die niemandem etwas sagen können, oder wissen sie etwa, was es mit der „Beziehungsstruktur“ oder der „Willkommenskultur“ oder der “Teilhabe” auf sich hat, sind der sprachliche Junk, aus dem in deutschen Redaktionsräumen der inhaltsleere Blödsinn zusammengeschrieben wird, der den Lesern dann zugemutet wird.

Den Vogel schießt dabei der Deutschlandfunk ab. Der Text „Die Willkommenskultur kehrt zurück“, ein angebliches Interview mit Andreas Zick, der für die „Umfrage“ verantwortlich und in der Zunft nicht unbedingt als Star der empirischen Sozialforschung bekannt ist, gibt die folgenden Leerformeln an die Leser weiter:

„Die Willkommenskultur kehrt wieder und die Integrationsorientierungen nehmen nach einem Einbruch in 2016 wieder deutlich zu. Jeder zweite Befragte wolle mehr Vielfalt in Deutschland und nicht weniger, betonte er gegenüber Deutschlandfunk Kultur. … Die Zivilgesellschaft ist insofern gemäßigter, als sie deutlich mehr Willkommenskultur möchte. Bei den Kriterien, wer dazugehört, sagen 80 Prozent der repräsentativ Befragten: in Deutschland zu Hause fühlen“.

Es scheint, als stamme der „repräsentativ Befragte“ von Zick. Wenn noch ein Beleg notwendig war, um zu zeigen, dass Zicks Ahnung von empirischer Sozialforschung sich in sehr engen Grenzen bewegt, hier ist er. Wir werden nicht müde darauf hinzuweisen, dass Repräsentativität die Eigenschaft einer Stichprobe ist. Letztere ist repräsentativ, wenn die Elemente, die in die Stichprobe gelangen, zufällig ausgewählt wurden und alle Elemente der Grundgesamtheit dieselbe Wahrscheinlichkeit hatten, in die Stichprobe zu gelangen. Aufgrund dieser Bedingung ist es unmöglich, eine repräsentative Stichprobe der deutschen Bevölkerung zu ziehen. In kurz: Es gibt keine repräsentativ Befragten, es gibt nur die meist enttäuschte Hoffnung, eine repräsentative Stichprobe gezogen zu haben. Wer von repräsentativ Befragten spricht, der hat keine Ahnung, wovon er spricht.

Aber er hat natürlich auch kein Risiko. Denn Unsinn wird nur dann als solcher entlarvt, wenn er gegenüber Personen geäußert wird, die entsprechende Kompetenzen haben, um den Unsinn als solchen zu erkennen. Ein kaum vorhandenes Risiko wenn das Gegenüber ein Journalist ist.

Wir wollen uns an dieser Stelle mit der Frage beschäftigen, was diese Willkommenskultur eigentlich sein soll, und was es mit der Vielfalt auf sich hat, kurz: Was haben die angeblichen Wissenschaftler in Bielefeld, die wohl neben der Gehaltsliste beim BMBF auch auf der Gehaltsliste der Mercator-Stiftung sitzen, eigentlich gefragt? Nun, zunächst fällt Folgendes auf:

Zick behauptet in seinem Interview: Jeder zweite Befragte wolle mehr Vielfalt. Dagegen heißt es in der Pressemeldung der Mercator-Stiftung, die auf denselben Daten basiert: die Politik könne sich „auf eine gegenüber Vielfalt positiv oder neutral eingestellte Mehrheit in der Bevölkerung stützen“. Offenkundig sucht sich jeder den Teil aus den Ergebnissen heraus, der ihm gerade passt. Lauter ist das nicht, aber die Umfrage ist ja auch nicht aus wissenschaftlicher Lauterkeit heraus durchgeführt worden, was man schon daran erkennt, dass keinerlei Theorie geprüft werden soll, keinerlei theoretischer Unterbau in den Kurz-, Zwischen- und Endberichten der vergangenen Jahre zu finden ist. Zur Erinnerung: Wissenschaft will Erkenntnis gewinnen, keine politisch-opportunen Umfrageergebnisse zusammenschustern. Zum Erkenntnisgewinn ist eine theoretische Fundierung unabdingbar. Da eine solche im Bielefelder Projekt offenkundig unbekannt ist, ist das Projekt auch kein wissenschaftliches Projekt. Es ist ein ideologisches Projekt, eines, das Andreas Zick, der nur noch im englischen Internetauftritt der Amadeu-Antonio-Stiftung als Vorsitzender des Stiftungsrats geführt wird, vermutlich am Herzen liegt. Aber es ist eben keine Wissenschaft, und lauter ist es auch nicht.

Schon die Ergebnisdarstellung in der Vergangenheit wurde wissenschaftlichen Standards nicht gerecht, das fast schon als Verheimlichung zu bezeichnende Fehlen jeder relevanten Angabe zur neuerlichen Befragung ist selbst dazu noch eine Steigerung.

Versuchen wir zu rekonstruieren, was die Willkommenskultur sein soll. Der Kurz– und Zwischenbericht des Jahres 2016 hilft in beiden Fällen weiter. Die folgende Tabelle findet sich im Kurzbericht für die Befragung des Jahres 2016. Die Aussagen bilden auch im Jahr 2018 die „Willkommenskultur“. Die „Willkommenskultur“ soll mit den vier Aussagen in der Tabelle gemessen werden. Die vier Aussagen bilden in der Sprache der empirischen Sozialforschung eine Skala, d.h. aus der Kombination der vier Aussagen, soll sich die Variable „Willkommenskultur“ ergeben:

Deshalb ist es methodischer Unsinn, die angebliche Willkommenskultur, die eine latente Variable darstellt, als Aussage in die Skala einzubauen, die eigentlich „Willkommenskultur“ messen soll. Aber es ist natürlich eines jener Mittel der Befragtenmanipulation, die so häufig angewendet werden, dies zu tun. Wenn man, sagen wir 2009 Personen danach fragt, ob sie sich über eine stärkere Willkommenskultur für „