Hintergründe

Geheimakten: Wie die Grünen beim Atomausstieg betrogen

Geheimakten: Wie die Grünen beim Atomausstieg betrogen
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen)

Recherchen und freigeklagte Atomkraft-Akten belegen, wie ein Netzwerk von Grünen-Politikern und Anti-Atom-Ideologen manipulativ die Abschaltung der Kernkraftwerke durchsetze: gegen die Faktenlage und gegen die Vernunft. Eine filzartige Clique in Grünen-Ministerien sabotierte Deutschland.

von Daniel Gräber

Jürgen Trittin feierte den 15. April 2023 vor dem Brandenburger Tor. Es war der Triumph seines Lebens. Für die Kameras posierte er vor einem gelben Dinosaurier, der mit nach oben gestreckten Beinen auf dem Pariser Platz lag. Auf dessen Bauch kniete ein rotes Männchen mit der strahlenden „Atomkraft? Nein Danke“-Sonne als Gesicht. In der einen Hand ein Schwert, in der anderen das altbekannte Emblem als Schild. Trittin, der Drachentöter, lächelte zufrieden und etwas müde. Es war der Tag, an dem die letzten deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet wurden. Der mehr als ein halbes Jahrhundert währende politische Kampf gegen den „Atomstaat“ schien endlich gewonnen.

Beinahe wäre dem Grünen, der als Umweltminister unter Kanzler Schröder das Ende der Nuklear­energie Anfang der 2000er besiegelte und bis zuletzt als Bundestagsabgeordneter darüber wachte, die bittere Launenhaftigkeit der Geschichte dazwischengekommen. Denn schon vor Russlands Angriff auf die Ukraine wuchs