International

Iran: Der Welt droht die größte Atomkatastrophe der Neuzeit

Iran: Der Welt droht die größte Atomkatastrophe der Neuzeit
Satellitenbilder zeigen Schäden an Marinehallen und Schiffen im Hafengebiet von Buschehr nach Luftangriffen.

Ein möglicher Angriff auf das iranische Kernkraftwerk Buschehr birgt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische und humanitäre Katastrophengefahren – und dabei geht es nicht nur um Iran. Dutzende Länder der Region würden unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung darunter leiden, auch Partner der USA.

von Olga Samofalowa

Die USA drohen damit, in fünf Tagen, also noch vor Ende dieser Woche, iranische Kraftwerke anzugreifen, sollte die Islamische Republik die Straße von Hormus nicht wieder freigeben.

Besonders gefährlich wäre ein Angriff auf das iranische Kernkraftwerk Buschehr, der eine wirtschaftliche und ökologische Katastrophe zur Folge hätte. Die russische Atomenergiebehörde Rosatom befürchtet eine nukleare Katastrophe, unter der nicht nur Iran, sondern die gesamte Region leiden würde. Der Generaldirektor von Rosatom Alexei Lichatschow betont, dass solche Risiken nicht zugelassen werden dürfen. Er hebt hervor:

“Wir müssen jetzt lautstark darauf hinweisen, dass keinerlei Risiko für das in Betrieb befindliche Kraftwerk, das im Bau befindliche Kraftwerk oder das Personal, unabhängig von deren Nationalität, zugelassen werden darf. Deshalb stehen wir nicht nur mit dem Kraftwerk und der iranischen Führung, sondern auch mit der Führung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) in ständigem Austausch. Die Sache ist die, dass die Gegend im Allgemeinen nicht angegriffen werden darf, verstehen Sie? Weil die Menge an spaltbarem Material sowohl im Reaktor als auch in den Abklingbecken und Lagern einfach zu groß ist. Das wäre, ich betone es noch einmal, eine Katastrophe von regionalem Ausmaß, sie wäre gravierend. Unabhängig von politischen Sympathien oder Antipathien, unabhängig davon, wer auf welcher Seite steht, wird die gesamte Region schwer in Mitleidenschaft gezogen werden.”

Das Kernkraftwerk Buschehr ist ein Kraftwerk der zweiten Generation, das unter Berücksichtigung der Sicherheitssysteme der dritten Generation fertiggestellt wurde. Alexei Anpilogow, Präsident des Fonds zur Förderung wissenschaftlicher Forschung und zur Entwicklung ziviler Initiativen Osnowanije, sagt:

“Einerseits verfügt dieses Kraftwerk neben dem robusten Hauptreaktorgebäude über eine sogenannte Sicherheitshülle oder einen Sicherheitsbehälter. Dabei handelt es sich um ein Stahlbetongebäude, das den Reaktor von oben bedeckt und so ausgelegt ist, dass es dem Aufprall eines leichten Motorflugzeugs standhält. Die Widerstandsfähigkeit solcher Sicherheitshüllen wurde am Beispiel des Kernkraftwerks Saporoschje eindrucksvoll unter Beweis gestellt.”

Bei Fukushima – einem Kraftwerk der ersten Generation – gab es solche Schutzhüllen beispielsweise nicht. Sollte die Schutzhülle jedoch gezielt angegriffen werde, dann würde ihre Festigkeit zerstört werden und es zu einer Freisetzung von Radioaktivität kommen, sagt der Experte. Natürlich hatte niemand damit gerechnet, dass diese Schutzhüllen den Einschlägen von Sprengbomben ausgesetzt sein würden.

Und die