Das ukrainische Militär leidet an ernsten Problemen mit Personalverstärkung. Menschen wollen nicht für das Kiewer Regime sterben, entziehen sich nach Möglichkeiten der Mobilmachung oder desertieren, obwohl die Propaganda das Gegenteil behauptet.
von Michail Katkow
Im Jahr 2021 hat die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine 117 Strafverfahren wegen Desertion eingeleitet. Weitere 2.028 Fälle wurden als “eigenmächtiges Verlassen der Truppe oder des Dienstortes” gewertet. Dies bedeutet, dass der Angeklagte seine Einheit zwar verlassen hatte, aber zurückkehren wollte. Darüber hinaus gab es 33 Fälle von Selbstverstümmelung.
In den neun Monaten des laufenden Jahres flohen aus dem ukrainischen Militär 4.638 Soldaten, weitere 10.940 entfernten sich vorübergehend, es gab 161 Fälle von Selbstverstümmelung. Deserteure werden zu einer fünf- bis achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Vor der russischen Militäroperation endeten solche Fälle oft mit einer vorgerichtlichen Beilegung und einer Bewährungsstrafe.
Die Anzahl der in ukrainischen Gefängnissen sitzenden Deserteure entspricht der Personalstärke von einigen Brigaden. Ihr Motiv ist klar: die Angst vor dem Tod. So meldeten einheimische Medien, dass ein russischer Marschflugkörper mehrere Dutzende Soldaten in ihren Kasernen tötete. Einer der Überlebenden floh und nahm sein Gewehr mit. Seine Bekannten behaupten, er hätte sich ergeben. Dennoch wurde er in Absentia zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt.
Ein anderer Kämpfer verließ nach einem Beschuss seine Stellung, kehrte aber später zurück. Er wurde zu Militärpsychiatern geschickt. Vor dem Ende seiner Behandlung verschwand er erneut. Er wurde festgenommen und zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.
Ein weiterer Deserteur gestand vor dem Gericht, dass er Angst hatte, beim Sturm der Stadt Liman umzukommen. Seinen Angaben nach war der Einsatz schlecht geplant, es mangelte an Feuerunterstützung. Das Gericht verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft. Es gibt auch Versuche, ins Ausland zu fliehen. Ein solcher Deserteur wurde im Juli dieses Jahres an der Grenze zu Rumänien verhaftet und ebenfalls zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
Einige werden in Disziplinarbataillone geschickt. Dieses Thema wird nicht besonders breit behandelt, doch solche Einheiten existieren. Freilich ergaben sich Angehörige dieser Strafbataillone an der Front bei erster Gelegenheit. Nun werden sie nur noch mit Bauarbeiten beauftragt.
Psychologische Hilfe
Offiziere werden für die Desertionen ihrer Untergebenen bestraft. Wenn daher ein Soldat erklärt, dass er eher ins Gefängnis gesperrt wird, als sich unter Beschuss zu begeben, wird er im Hinterland gehalten.
Doch die Müdigkeit von den Kampfhandlungen sammelt sich










